Das ACHTECK – Vom „Multifunktionsgebäude“ zur Diskothek „Achteck“

Wichtigste Etappen einer Entwicklung …

Das Achteck 2008AchteckIm Jahr 1969 schlug faktisch die Geburtsstunde des „Achtecks“ in Schwerin: Mit der Standortgenehmigung Nr.6/69 vom 19.Mai 1969 stimmte der damalige Rat des Bezirkes Schwerin dem Bau einer „Mehrzweckhalle“ mit dem Namen „Achteck“ zu.

Der Architekt der ideenreichen Gebäudekonstruktion war Georg Schneider, also der „geistige Vater“ des „Achtecks“.

Noch im Jahr 1969 wurde mit dem Bau begonnen und im Frühsommer 1969 fanden die ersten Veranstaltungen in dem noch nicht gänzlich fertiggestellten Gebäude statt, darunter einige Ausstellungen und Ehrungen. Eine der ersten Ausstellungen in der „Achteck-Halle“, einem damals baulichen Provisorium, war die Veranstaltung „Gesund ernähren – besser leben“ Ende August 1969. Hier stellte sich der Großhandel des damaligen Bezirkes Schwerin, darunter alle HO-Kreisbetriebe, im Rahmen der X.Bezirksmesse der „Meister von Morgen“ vor. Anfang September 1969 folgte eine Ehrung für verdiente Sportler des Sportklubs Traktor Schwerin, darunter für Gertrud Schmidt, Teilnehmerin im 800 Meter-Lauf an der EM Ende September 1969, für den Nachwuchs-Volleyballspieler Roland Laskewitz, und für den Zehnkämpfer Siegfried Stark. Im Frühsommer 1970 wurde dann u.a. auch die polnische Region Bydgoszcz im Achteck präsentiert.

1970/71 konnte schließlich das „Achteck“ der Öffentlichkeit endgültig übergeben werden.

Achteck 2007Während im Parterre die Sportstättenverwaltung Schwerin einzog, öffnete in der 1.Etage eine Speisegaststätte. Diese wurde zugleich bis 1973 bzw. nochmals von 1979 bis 1991 zum Teil als „Schülerspeisestätte“ genutzt.
1972 gehörte die 1.Etage auch zu den Veranstaltungsorten der 14.Arbeiterfestspiele in Schwerin. Mieter im Untergeschoß des „Achtecks“ war nach 1971 ferner das „Schweriner Handwerk“ – so zog zeitweise die Schweriner „Neuererbewegung“ in ihr dortiges MMM-Büro (MMM = Messe der Meister von Morgen – Anm.d.Red.) ein.

In der Speisegaststätte wurden bis 1977 neben kulturellen Ereignissen auch zahlreiche Tanzabende/Diskotheken, u.a. von der FDJ oder verschiedener Schweriner Betriebe, veranstaltet. Doch die 1.Etage galt nicht nur als „Ort des Vergnügens“ – bis 1973 mußten hier einige Zeit – als damalige Übergangslösung bis zum Neubau einer entsprechenden Bildungseinrichtung – ebenfalls die Absolventen des Institutes für Lehrerbildung (IfL) bei Tagungen und Seminaren „schwitzen“.

Ab 1977 übernahm Gerhard Koch dann die Speisegaststätte und wandelte diese zusammen mit dem DJ Gerhard Buchholz und dessen Frau in eine interessante Diskothek um. Im Jahr 1981 erhielt das „Achteck“ sogar das „blaue T“, ein von der FDJ gestifteter Preis für die Organisation besonders niveauvoller Tanzabende.

Zwischen 1977 und 1992 avancierte das „Achteck“ zum „Tanztempel Nr. 1“ für die Bezirke Schwerin, Rostock und Neubrandenburg bzw. für ganz Mecklenburg-Vorpommern.
Im Mai 1992 mußte die Diskothek des „Achtecks“ leider schließen. Allerdings wurde das Untergeschoß, z.B. von der Sportstättenverwaltung (bis März 1995), genutzt. Ferner befand sich dort auch der Sitz des mecklenburgischen Volleyballverbandes (1995-1998). Zwischenzeitlich wurden in den 90er Jahren die Räumlichkeiten im Parterre auch vom Sportamt Schwerin, vom Schweriner Sportklub (Abteilungen Volleyball und Boxen), von der Sportjugend Schwerin und als Sitz des Olympiastützpunktes Schwerin genutzt.
Ab 1995 begann der Umbau der Diskothek und konnte im gleichen Jahr kurzzeitig bereits als Diskothek genutzt werden.

Dank des Engagements des damaligen Geschäftsführers Torsten Rubel und seiner Crew um Karlo Scherpe, Hartmut Bernau und Andreas Utech konnte die Tanzstätte ab Februar 1996 wiedereröffnet werden.

Ins Parterre zog fast zeitgleich das bayerische Spezialitäten-Restaurant „Dudelhofer“ ein. Mit zahlreichen offiziell anerkannten Veranstaltungen, wie „Miss-Wahlen“, „Disco-Queen-Wahlen“ oder Gesangswettbewerben, aber auch abwechslungsreichen Erotik-Shows sowie Go-Go-Girls lockte das „Achteck“ seit Anfang 1996 ein zahlreiches Publikum in das Gebäude in der Wittenburger Strasse 120 in Schwerin.

Auch ein heimtückischer Brandanschlag im Juni 1996 konnte die Erfolgsgeschichte des „Achtecks“ nicht beenden. Bereits im September 1996 konnte die Diskothek erneut wiedereröffnet werden. In dieser Zeit zählte das „Achteck“ an manchen Abenden bzw. Nächten bis zu 2500 Disco-Fans – eine atemberaubende Bilanz zu anderen Diskotheken, nicht nur in unserem Bundesland.

Im Dezember 1998 gab dann der damalige Geschäftsführer Torsten Rubel den „Achteck-Staffelstab“ an seinen Nachfolger und bisherigen Mitarbeiter Hartmut Bernau weiter, der bis Juli 2000 amtierte. Im Februar 2001 mußte das „alte Achteck“ dann leider vorerst erneut seine „Pforten“ schließen.

Doch wiederum erwies sich Torsten Rubel als „Retter“ der traditionsreichen Diskothek. Zusammen mit seinem Partner Karlo Scherpe gestaltet er die Diskothek komplett neu – zwei Dance-Floors und eine Karibik-Bar können seit dem 5.September 2001 von den Schweriner Disco-Fans „genutzt“ werden. Und umgetauft wurde die Diskothek ebenfalls – aus „Achteck“ wird das „Trollhaus“ im „Hause Achteck“.

Natascha Börger (Mitte) wurde 2001 im Achteck zur Miss Norddeutschland gewähltTraditionelle Veranstaltungen konnten auch „wiederbelebt“ werden: Mittwochs gibt es die beliebten „Single-Parties“, freitags folgt der „All-Inclusive-Dance“ und samstags gibt es „contests“ zu verschiedenen Themen, u.a. „Oldie-Parties“, „Black- and House-Parties“, „Hits der 80er und 90er“, Miss-Wahlen usw. Im Jahre 2001 wurde Natascha Börger im „Achteck“ zur „Miss Norddeutschland“ gewählt. Drei Monate später war sie dann schon „Miss Germany“ 2002 (MGC).

Im Jahre 2003 gab es einen erneuten Wechsel in der Geschäftsführung; seit Juni 2004 erhielt die Diskothek auch ihren alten Namen ACHTECK wieder. Nach wie vor ist das ACHTECK aber als beliebteste Diskothek in Schwerin – mit einem abwechslungsreichen Programm: So treten Bands auf, werden Party`s zum Schul- oder Ausbildungsabschluss gefeiert und – immer noch die „Knüller“ – sind die Party`s am Mittwoch oder am Samstag. Gern geschwooft wird ebenfalls auf den regelmäßig stattfindenden „Ü 30-Tanzabenden“.

Unter dem neuen geschäftsführenden Gesellschafter Frank Porsch, im „Amt“ seit 26.Oktober 2005, blieb also der „Run“ auf die Diskothek weiterhin ungebrochen. Nach wie vor ist das „Achteck“ nicht nur in Mecklenburg eine „erste Adresse“ unter den Diskotheken. Ein Höhepunkt im Sommer 2007 war die „Mega-Schuljahres-Abschluß-Party“, die insbesondere von zahlreichen Absolventen der beruflichen Schule für Wirtschaft und Verwaltung besucht wurde. Als „Special Guest“ trat die Girl-Band „Bisou“ auf. Ansonsten finden mittwochs die „Lady Nights“, freitags die Themen-Parties , am 31.08.2007 wieder die „Ballermann-Mallorca-Party“,  und samstags regelmäßig die Parties für die Disco-Fans ab 30 – die nächste am 25.08.2007 – statt.

Im letzten Jahr, 2006, wurde zudem wieder eine „Miss Schwerin“ gewählt. Es gewann Katrin Meyer.
Am 14.September wird dann – natürlich im „Achteck“ – deren Nachfolgerin bestimmt.

Die Ein großer Erfolg war auch die „Ü 30-Party“ am 25.August 2007 vor allem für die reiferen Tanz-„Wütigen“ aus Schwerin und Umgebung. So wurden Hits von C.C.Catch, Wolfgang Petry, der Bad Boys Blue und anderer Chart-Breaker der 80er Jahre gespielt. Und das „Achteck“ war wieder bestens besucht.  Während im Tanzpalast ansonsten ohnehin vorwiegend Oldies und 1980er Titel „aufgelegt“ werden, kommen in der Sky-Lounge vor allem die Fans von Black, House und aktueller Chart-Songs auf ihre musikalischen Kosten.

Doch nicht nur die obere Etage des Gebäudes steht den Schwerinerinnen und Schwerinern offen. In der unteren Etage findet man zwei Arztpraxen, eine Autovermietung und eine Spielhalle.
Achteck-Logo des Jahres 2007Tja, im „Achteck“ ist eben immer `was los !

Einige Nutzer des „Achtecks“ in der Vergangenheit …

Die FDJ als Nutzer des „Achtecks“

Zwischen 1974 und 1989 nutzte ebenfalls die Jugend-Organisation „Freie Deutsche Jugend“ die Diskothek in der 1.Etage des „Achtecks“ für „Tanzabende“ bzw. für politische Veranstaltungen, z.B. zu den FDJ-Pfingsttreffen.
Dabei mußten die verantwortlichen FDJ-Sekretäre darauf achten, dass während der offiziellen FDJ-Tanzveranstaltungen rund zwei Drittel der gespielten Musik von DDR-Musikern stammte (woran sich die jeweiligen DJ`s jedoch kaum hielten !).
Auf Initiative der FDJ-Bezirksleitung Schwerin wurden ebenfalls seit 1979 Jugendweihefeiern im „Achteck“ veranstaltet.

Das Engagement der Familie Buchholz im „Achteck“

Im Jahr 1977 konnte unter dem neuen Leiter der Speisegaststätte bzw. des Jugendtanzlokals, Gerhard Koch, ein regelmäßiger Diskothekenbetrieb organisiert werden. Mit dem DJ Gerhard Buchholz und dessen Frau, welche die Bar der Diskothek leitete, avancierte das „Achteck“ schnell zur beliebtesten Tanzlokalität in M-V.
Lange „Warteschlangen“ vor der Disko – an manchen Abenden bis zu 1000 Disko-Fans – dokumentierten den enormen Zuspruch zum „Achteck“ in jenen Jahren.
– Die Familie Buchholz engagierte sich zwischen 1977 und 1989 im „Achteck“, in einer „Blütezeit“ der Lokalität vor der Wende.

Fakten zum ACHTECK (ein Abriss)

– 1969 erbaut, mit ersten Veranstaltungen (Ausstellungen)

– seit 1974 regelmäßige Disco-Veranstaltungen

– 1981 Auszeichnung als beste Jugend-Lokalität

– bis 1992 Diskothek Nr. 1 in M-V

– bis 1996 Nutzung als Sport-Verwaltungsgebäude

– 1996 Wiedereröffnung als Diskothek

– 1996 erste Miss M-V-Wahl: 1. Romy Cordes (Wismar)

– im Jahr 2000: Veranstaltungen zur Jugendmesse in Schwerin im „Achteck“

– 2001 Umbenennung in „Trollhaus“

– 2004 ACHTECK erhält den alten Namen zurück !

– seit 26.Oktober 2005: Frank Porsch wird neuer geschäftsführender Gesellschafter

Miss-Wahlen 1996-2006 (Auswahl)

1996: zur „Miss Schwerin“: S. Meyer, zur Miss „M-V“: Romy Cordes (Wismar)
1997: zur „Miss Schwerin“: Susi Schnürer, zur „Miss M-V“: Liane Hampl
1998: zur „Miss Schwerin“/“Miss M-V“: Kinga Peters
1999: zur „Miss M-V“: Ricarda Bork (Plau-am-See)
2000: zur „Miss Schwerin“: Chr. Pethke
2001: zur „Miss Norddeutschland“: Natascha Börger
2006: zur „Miss Schwerin“: Katrin Meyer

Wahlen zur „Disco-Queen Mecklenburg-Vorpommern“/zur „Disco-Queen des Achtecks“

1996: Nina Simon aus Rostock, 3.Andrea Meyer aus Schwerin
1997: Samira Abassowa aus Schwerin
1998: Samira Abassowa aus Schwerin
1999: Monique Baruschke aus Schwerin

Wahl zur „Disco-Queen der Stadt Schwerin“

1997: Anne Rusakova

Wahlen zur „Miss Bikini“

1997: Liane Hampl aus Schwerin
1998: Bianca Hamann aus Schwerin
1999: Ricarda Bork aus Plau am See

Wahl zum „Mister Badehose“

1997: Peter Pätzold

Wahlen zum „Mister Mecklenburg-Vorpommern“/zum „Mister Achteck“

1998: Sören Schrader
1999: Peter Kalbohm

Wahlen zur Miss GoGo gab es Ende der 1990er JahreWahlen zur „Miss Go-Go“

1998: Alexandra aus Schwerin
1999: Diana D. aus Rostock

Gesangs-Contest

1997: Ulrike Borowski/Basti Blond

Meisterschaft im Armdrücken

1997: Gerhard Krüger

Exkurs: Miss-Wahlen in Schwerin …

Nelly Marie Bojahr wurde Am 14.September findet im „Achteck“ die „Miss Schwerin“-Wahl 2007 statt.

Doch „Miss Wahlen“ sind in Schwerin und anderswo schon lange populär …

Die erste offizielle „Miss-Wahl“ der Welt überhaupt fand 1888 im belgischen Spa statt. Die erste Deutschland-Wahl folgte dann 1909 !

In der DDR waren hingegen Schönheitswettbewerbe als Ausdruck „kapitalistischer Dekadenz“ bis in die späten 1980er Jahre unerwünscht.
1986 wurde dort auch keine „Miss DDR“ sondern eine „Miss Frühling“ gewählt.
Es gab dann auch zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 – mit SED-Genehmigung – eine „Miss (Ost-)Berlin“-Wahl. Drei Jahre später folgte dann im Frühsommer 1990 die „erste freie Miss (Ost-)Berlin“-Wahl, aus der S.Körbs als Siegerin hervorging.

In einzelnen Kommunen gab es dann die Städte-Wahlen. So fand am 11.Juni 1988 die erste städtische Wahl überhaupt in Wismar zur „Miss Wismar“ statt. Auf der Schweriner Freilichtbühne – zwei Wochen später – am 26.Juni gewann dann Simone Gladasch den Titel der ersten offiziellen „Miss Schwerin“.

Nach der Wende fanden zahlreiche Schönheitswahlen der verschiedensten Agenturen in M-V statt. An der ersten und einzigen „Miss DDR“-Wahl im September 1990 in der Halle am Fernsehturm in Schwerin – der damalige Veranstalter war die Oldenburger „Miss Germany Corporation“ – nahmen Tausende Frauen teil.

Leticia Koffke aus Brandenburg siegte in diesem Wettbewerb. Später gewann sie als erste gesamtdeutsche „Miss Germany“ nach 57 Jahren den begehrten Titel. Die wohl bekannteste „Miss Germany“ ist ohne Zweifel Verona Feldbusch-Pooth. Die beliebte Moderatorin holte die Krone der „Miss Germany“ und behauptete sich in den beiden folgenden Jahren auch bei den „events“ der „Miss Intercontinental World“ und der „Miss American Dream“ auf Platz 1.

Die bekanntesten Siegerinnen der „Miss Schwerin“- und/oder „Miss M-V“-Wahlen, die auch aus der Landeshauptstadt kamen bzw. in Schwerin wohnten, waren z.B. 1989 Ines Tornier, 1995 Dana Schilling, 1996 Simone Meyer, 1997 Liane Hampl, 1998 Kinga Peters, 1999 Cindy Michalski, 2000 Christina Pethke oder 2006 Katrin Meyer. Sehr erfolgreich war auch die Wismaranerin Romy Cordes, die 1996 im „Achteck“ gewann.

Die „Vize-Miss M-V“ von 1997, die gebürtige Schwerinerin Annett Möller, wurde Journalistin, Moderatorin bzw. Nachrichtensprecherin bei „Spiegel TV“, RTL und nun beim Nachrichtensender n-tv.

Bekannte Schönheiten oder Models aus Schwerin und Umgebung sind u.a. Amina Köppinger oder Monique Rickler aus Pampow. Insbesondere Amina Köppinger ist international ein sehr gefragtes Model und hatte bereits zahlreiche erfolgreiche Mode-Präsentationen u.a. in Mailand, London oder New York.
Und Anni Wendler (Schwerin) wurde kürzlich bei „Germany`s Next Top Model by Heidi Klum“ sogar Zweite.
Text: M.Michels

Stets gut gefüllt - das Tanzparkett im AchteckParty-Tage im Achteck

– mittwochs: Lady`s Nights

– freitags: Party´s zum Wochenend-Start zu besonderen Themen

– samstags: Ü 30-Partys für alle Reiferen und Jüngeren

Das Achteck hat viele Fans ACHTECK, Wittenburger Strasse 120, 19059 Schwerin

Fotos: Michels, MGC