Der F.D.P.-Landesvorsitzende hofft auf ein zweistelliges Ergebnis der Liberalen in M-V

WahlenDie FDP ist gegenwärtig trendy. Sie eilt von Wahlerfolg zu Wahlerfolg. Die Demoskopen sagen den Freien Demokraten bei der kommenden Bundestagswahl bis zu 16 Prozent voraus.

Die FDP ist dabei ohnehin eine politische Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik. Tausendmal totgesagt, tausendmal wie „Phönix aus der Asche“ noch quicklebendiger zurückgekehrt.

Mit 42 Regierungsjahren ist die FDP die Partei mit der längsten Regierungsbeteiligung in der Bundesrepublik. Nur von 1956 bis 1961, von 1966 bis 1969 und seit 1998 war bzw. ist die FDP Oppositionspartei. An der Seite von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) stritt sie für die Westintegration der Bundesrepublik. Sie unterstützte die Ostpolitik Willy Brandts (SPD), die auf die friedliche Überwindung der stalinistischen Regime in Mittel- sowie Osteuropa und der deutschen Teilung ausgerichtet war.

HDGenscherDie FDP half Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) die Bundesrepublik durch schwierige Zeiten zu manövrieren, z.B. bei der Abwehr des RAF-Terrorismus, bei der Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung nach der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre und bei dessen Initiative zum  NATO-Doppelbeschlusses, der durch die Stationierung der SS 20-Raketen durch die UdSSR notwendig wurde.

HDGenscherAn der Seite von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sorgte sie dafür, dass die deutsche Einheit auf diplomatischem Weg Realität wurde. Der Einsatz von Außenminister Hans-Dietrich Genscher bleibt unvergessen.

Namen wie Arno Esch, Friedrich-Eduard Stratmann, Thomas Dehler, Reinhold Maier, Max Becker, Theodor Heuss, Walter Scheel, der bereits genannte Hans-Dietrich Genscher oder Klaus Kinkel prägten nicht nur die FDP, sondern die politische Entwicklung in ganz Deutschland.

Heute ist die FDP an fünf Landesregierungen in Deutschland beteiligt (Demnächst wird auch eine CDU/F.D.P.-Koalition in Sachsen gebildet.).

S.Koch-MehrinDie FDP ist mit ihrem Vorsitzenden Guido Westerwelle ein begehrter Koalitionspartner – bei CDU und CSU ebenso wie bei der SPD. Eine konservativ-liberale Koalition nach der Bundestagswahl erscheint möglich, aber auch ein „Jamaika“-Bündnis aus CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Eine „Ampel“ aus SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen dürfte allein aufgrund der anhaltenden Schwäche der SPD eher unrealistisch sein.

Christian Ahrendt, der FDP-Landesvorsitzende, kandidiert im Wahlkreis Schwerin-Ludwigslust für den Bundestag und hofft auf ein sehr gutes Ergebnis.

Schwerin-News befragte nun Christian Ahrendt nach dem Erfolgsrezept der FDP, ihre Hoffnungen für die Bundestagswahl und über die Entwicklung der FDP in den letzten Jahren

„Schlüssel für den langfristigen Erfolg der Region Schwerin-Westmecklenburg liegt in der Ausbildung der Kinder !“

> Frage: Herr Ahrendt, Sie wollen wieder  für Schwerin in den neuen Bundestag. Welche Ziele haben Sie ?

Christian Ahrendt– Christian Ahrendt: Ich möchte das in drei wichtigen Punkten kurz darstellen:

1. Der Schlüssel für den langfristigen Erfolg der Region Schwerin-Westmecklenburg liegt in der Ausbildung der Kinder. Für uns Liberale gilt: Bildung ist Bürgerrecht. Nur gute Bildung ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und befähigt zu einem freiheitlichen und selbstbestimmten Leben.

Sie ist Grundlage von Innovationen und gesellschaftlicher Entwicklung. Im Deutschen Bundestag muss daher die Förderung von Bildung und Forschung noch stärker in den Fokus genommen werden. Das ist ein außerordentlich wichtiges Ziel.

2. Für die Region Schwerin sind der Ausbau und Erhalt des Verkehrswegenetzes, z.B. die schnelle Fertigstellung der für Investitionen wichtigen A14; die nachhaltige Entlastung bei den kommunalen Pflichtausgaben, z.B. Kosten der Unterkunft und Heizung für Langzeitarbeitslose; die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von herausragender Bedeutung.

Hier ist vor allem der Bund in der Verantwortung. Ich werde aber auch nicht die Situation der vielen landwirtschaftlichen Betriebe in der Region außer Acht lassen. Ich werde mich weiterhin mich dafür einsetzen, dass die Wettbewerbsbedingungen für die mecklenburgischen Landwirte die gleichen sind, wie für französische oder dänische Landwirte. Dazu gehört z.B. die Vereinheitlichung der Agrardieselbesteuerung auf EU-Ebene.

FDP3. Das Feld Extremismus, mein Schwerpunktbereich im Deutschen Bundestag, ist ein Themenbereich, in dem es weiterhin viel zu tun gibt und der viel Einsatz erfordert. Dafür, dass Initiativen gegen Extremismus, die über ein schwer zu erreichendes und damit wertvolles Expertenwissen verfügen, eine langfristige sichere Finanzierung erhalten, werde ich mich zukünftig einsetzen.

> Frage: Welche Projekte für Schwerin möchten Sie, falls Sie gewählt werden, in der kommenden Legislaturperiode realisieren ?

Kinder– Christian Ahrendt: Da kann ich sofort sagen: „Kinderlärm ist für uns Zukunftsmusik“. Gerade die Landeshauptstadt Schwerin muss und kann noch kinderfreundlicher werden. Ich werde mich in Berlin dafür einsetzen, dass „Lärm“ von Kindertagesstätten in Wohngebieten nicht vor Gericht mit Industrie- und Gewerbelärm gleichgesetzt wird und Anwohner deshalb gegen den Bau oder Ausbau von Kitas, gegen deren Öffnungszeiten oder für das Einmauern der Kinder hinter hohen Schallschutzmauern klagen.

Zudem setze ich mich als Liberaler dafür ein, dass die Menschen mehr Netto vom Brutto – und damit von ihrer harten Arbeit – in der eigenen Tasche behalten dürfen. So sollen Familien bspw. erst ab einem Einkommen von 40.000 Euro pro Jahr Einkommenssteuern zahlen. Wenn den Menschen mehr Geld von ihrem Lohn übrig bleibt, können sie sich mehr leisten und damit die örtlichen Geschäfte und letztendlich auch die Stadt Schwerin stärken.

> Frage: Schwerin steht für Erfolg, Staatstheater, BUGA, Kultur allgemein, Sport, aber auch für Negativ-Schlagzeilen, wie Haushaltssperre, Mittelkürzungen für das Theater, hohe Kinder-Armut.
Wie beurteilen Sie die Lage Schwerins 2009 ?

– Christian Ahrendt: Ehrlich gesagt beurteile ich die Lage kritisch. In den kommenden Jahren werden die Einnahmen der Stadt weiter zurückgehen. Schwerin muss deshalb endlich die Geldsorgen in den Griff bekommen. Die Stadt sollte aus meiner Sicht in die Zukunft der Kinder und in Altenpflegeeinrichtungen statt in defizitäre Fitnesscenter investieren.

> Frage: Die Wählerin, der Wähler fragt sich oft, wer ist das eigentlich, für wen ich mich da entscheiden soll. Welches sind die wichtigsten Fakten und Infos zu Ihrer Person ?

Julis– Christian Ahrendt: Ich wurde 1963 in Lübeck geboren. Dort besuchte ich die Schule und machte das Abitur. Zwischen 1984 und 1990 studierte ich an der Universität Hamburg Rechtswissenschaften. Seit 1994 lebe und arbeite ich in Schwerin. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter.

Vor vier Jahren wurde ich das erste Mal in den Deutschen Bundestag gewählt. Dort bin ich Mitglied im Innenausschuss. Ich habe mich erfolgreich für die Bekämpfung des zunehmenden Rechtsextremismus eingesetzt. So habe ich im Sommer 2008 einen Antrag an die Bundesregierung gestellt, den rechtsextremistischen Verein „Heimattreue deutsche Jugend“ zu verbieten.

Im März 2009 hat der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble das geforderte Verbot umgesetzt.

> Frage: Welche Schlagzeilen möchten Sie am späten Wahl-Abend über sich und Ihre Partei lesen …

GWesterwelle– Christian Ahrendt: Die FDP wird zweistellig in Mecklenburg-Vorpommern und zieht mit zwei Abgeordneten in den Deutschen Bundestag ein. Christian Ahrendt freut sich über die Möglichkeit einer schwarz-gelben-Koalition im Bund und gratuliert Dr. Guido Westerwelle zum Wahlerfolg.

Dann maximale Erfolge bei der Bundestagswahl !

Die Fragen stellte: M.Michels.

F.: 1.Walter Scheel, Außenminister 1969/74 und Bundespräsident 1974/79. (Deutscher Bundestag/Parlamentarisches Archiv) / 2.Hans-Dietrich Genscher, Innenminister 1969/74 und Außenminister 1974/92. (Deutscher Bundestag/Parlamentarisches Archiv) / 3.Dr.Silvana Koch-Mehrin, F.D.P.-Spitzenkandidatin zur Europawahl 2009. Bei dieser schaffte die F.D.P. ihr bislang bestes Ergebnis überhaupt. S.K.M. / 4.Christian Ahrendt, der F.D.P.-Landesvorsitzende M-V, möchte auch 2009 wieder in den Bundestag einziehen. / 5.Die F.D.P. ist zur Zeit trendy. In Umfragen werden für die Liberalen bis zu 16 % Zustimmung ermittelt. / 6.MV = Kinderland. Nach Christian Ahrendt muß Schwerin noch kinderfreundlicher werden. mm / 7.Die Jungen  Liberalen (mit F.D.P.-Kreisvorsitzenden Michael Schmitz) sind für die F.D.P. ein Aktiv-Posten. / 8.Unter ihrem Bundesvorsitzenden Dr.Guido Westerwelle eilen die Liberalen seit 2007 von Erfolg zu Erfolg. fdp