Die Schweriner Robert Sens und Philipp Naruhn erruderten WM-Bronze in München …

Die Ruder-WM endeten für den deutschen Ruder-Verband zwar nicht mit einem traumhaften Ergebnis, aber mit zahlreichen Medaillen-Erfolgen.

Daher ließ sich DRV-Sportdirektor Michael Müller – bei einiger Kritik von Seiten der Presse – das deutsche Ruder-Ergebnis von München nicht vermiesen:

„Wir wollen uns das Gesamtergebnis nicht schlecht reden lassen. Unser Ziel lautete 10 Medaillen.

Das hat die Nationalmannschaft erreicht. Außerdem haben wir in 12 von 14 olympischen Bootsklassen das Ticket für Peking erkämpft und erstmals gab es eine Goldmedaille in einem Handicap-Rennen !“, äußerte sich Müller zu den deutschen WM-Resultaten.

15000 Ruder-Fans verfolgten am Abschlußtag (2.9.07) der WM in München-Oberschleißheim, der olympischen Ruder-Strecke von 1972, noch enmal das sportliche Geschehen.

Hinter den überraschend starken Briten belegten die deutschen Ruderinnen und Ruderer Platz zwei in der Nationenwertung, wenngleich insbesondere in den Achter-Wettbewerben nicht alle Titel-Träume reiften !

Den Auftakt am Abschlußtag bildete der Vierer mit Steuermann mit einem dritten Platz hinter den USA. In diesem Boot ruderte auch der gebürtige Schweriner Philipp Naruhn mit. Silber folgte dann für Martin und Jochen Kühner im Leichtgewichts-Zweier ohne Steuermann.

In den olympischen Bootsklassen fuhren Dräger/Carow (Rostock/Hamburg) im Frauen-Leichtgewichts-Doppelzweier ein „Hitchcock-Rennen“ – hinter „Down Under“ und Finnland kamen sie zeitgleich mit Dänemark in 7:08,97 ins Ziel. Der Vorsprung von weniger als einer hundertstel Sekunde nach Foto-Finish reichte für die Bronzemedaille.

Die beiden Doppelvierer der Frauen und Männer wurden ihren Erwartungen vollauf gerecht. Silber für die Frauen hinter den Britinnen, Bronze für den Männer-Doppelvierer hinter den favorisierten Polen und Frankreich. Hier war ebenfalls ein gebürtiger Schweriner am Ruder – Robert Sens.

Der Frauen-Achter wurde nur FünfterEin deutsches Ruder-Drama verfolgten die zahlreichen Fans im Frauen-Achter: nur ganze 2,8 Sekunden trennten den deutschen Achter mit der Rostockerin Nicole Zimmermann mit seinem 5. Platz von einer Goldmedaille. Damit wurde die Olympiaqualifikation dennoch sicher erreicht, denn der kanadische Frauenachter konnte um 3 Sekunden auf den letzten Platz verwiesen werden.

Der Herren-Achter entschädigte für das entgangene Damen-Gold und wurde Silbermedaillen-Gewinner (u.a. mit dem gebürtigen Ueckermünder Peter Thiede als Steuermann).

„Ich hätte eher gedacht, dass wir im Achter eine Medaille gewinnen als im Zweier. „Wir wollten Gold oder Silber, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen, ist erst einmal ein Schock.“, meinte die Rostockerin Nicole Zimmermann, die aber Vize-Weltmeisterin am ersten Finaltag wurde.

Resümee der Ruder-WM 2007 für den DRV: Medaillen-Minimalziel erreicht, Traumziel verfehlt, mit mäßigem Rückenwind und pragmatischen Optimismus nach Peking !

Es bleibt für die deutschen Ruderinnen und Ruderer mit Blick Olympia eben noch einiges zu tun.

M.Michels

Foto: DRV

+++ Top-Meldung vom paralympischen Rudern in München +++

Marcus Klemp vom Ribnitzer Sportverein von 1919 gewann im paralympischen Rudern (Handicap-Mix-Vierer) den einzigen Ruder-WM-Titel 2007 für Deutschland ! M.M.

STATISTIK

Medaillenspiegel der 23 WM-Entscheidungen (olympische/nicht-olympische Disziplinen) plus Handicap-Entscheidung

Nation-Gold-Silber-Bronze (Top 6)

> Frauen

1. USA: 2-1-1

2. Australien: 2-0-1

3. Weißrussland: 2-0-0

4. Großbritannien: 1-1-2

5. China: 1-0-2

6. Niederlande: 1-0-0

… Deutschland: 0-3-1

> Männer

1. Neuseeland: 3-1-0

2. Italien: 2-3-2

3. Polen: 2-0-0

4. Großbritannien: 1-0-4

5. Niederlande: 1-0-2

6. Kanada: 1-0-1

6. Australien: 1-0-1

… Deutschland: 0-3-2

> Handicap-Vierer

1. Deutschland 2. Großbritannien 3. Kanada

Anm.: In der Länderwerung (Medaillen plus Platzierungen 4.-8.): Deutschland Zweiter hinter Großbritannien.