Seit 60 Jahren wetteifern Politikerinnen und Politiker um Mandate im Deutschen Bundestag …

WahlenVor 60 Jahren wurde der erste Deutsche Bundestag gewählt. Am 14.August 1949 durfte in Westdeutschland erstmals nach dem zweiten Weltkrieg wieder ein nationales Parlament in einem freien, gleichen und demokratischen Urnengang gewählt werden.

Am 7. September 1949 trat der Deutsche Bundestag in Bonn zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Knapp wurden CDU und CSU mit Dr. Konrad Adenauer stärkste politische Kraft vor der SPD mit dem wohl charismatischsten deutschen Nachkriegspolitiker und erbitterten Gegner von Nazis und Kommunisten gleichermaßen, Dr. Kurt Schumacher.

Konrad AdenauerDer Sieg der beiden konservativen Parteien, die seit 1949 eine Fraktionsgemeinschaft im Bundestag bilden, ebnete den Weg zu einer Dauer-Regentschaft unter den Kanzlern Dr. Konrad Adenauer (1949/63), Prof. Dr. Ludwig Erhard (1963/66) und Dr. Kurt-Georg Kiesinger (1966/69) von 1949 und 1969. Die Debatten um die Westintegration und das „Wirtschaftswunder“ prägten die 1950er und 1960er Jahre.

Kurt SchumacherVon 1966 bis 1969 gab es dann die erste Große Koalition von CDU, CSU und SPD.

Nach der Bundestagswahl 1969 kam es zur Bildung einer sozial-liberalen Koalition unter Kanzler Willy Brandt und Außenminister Walter Scheel.

Nach dem Rücktritt von Willy Brandt, der 1971 den Friedensnobelpreis für seine Ostpolitik erhielt, wurde Helmut Schmidt neuer Kanzler, der laut Umfragen noch heute angesehenste Kanzler neben Dr. Helmut Kohl.

Willy BrandtDie Auseinandersetzungen um die Ostpolitik, die darauf zielte, die deutsche Teilung und die kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa friedlich zu überwinden, prägten die Debatten im Deutschen Bundestag der 1970er Jahre. Unvergessen die Rede-Duelle zwischen Herbert Wehner und Rainer Barzel bzw. Franz-Josef Strauß sowie Walter Scheel und Franz-Josef Strauß – Emotionen pur und rhetorische Sternstunden des Parlaments.

Helmut KohlDie Kanzlerschaft Helmut Schmidts, der den NATO-Doppelbeschluss angesichts der Bedrohung der SS 20-Raketen maßgeblich initiierte, endete durch ein erfolgreiches konstruktives Misstrauensvotum. Die F.D.P. wechselte zur CDU/CSU.

HSEin großer Teil der SPD hatte Helmut Schmidt angesichts seiner Haltung zum NATO-Doppelbeschluss, seiner wirtschaftlichen Konzeption und seiner deutlichen Absage an die Adresse der Grünen zunehmend die Gefolgschaft verweigert.

WSNicht wenige Zeitgenossen meinen, dass Helmut Schmidt letztendlich von der eigenen Partei gestürzt wurde und er „der beste Kanzler gewesen sei, den die CDU je hatte“ … 1980 meinte Franz-Josef Strauß neben Herbert Wehner, Kurt Schumacher, Konrad Adenauer und Thomas Dehler der herausragendste Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte: „Es gibt nur einen, der keine Fehler macht – und das ist Helmut Schmidt.“

HD GenscherFJSAb Oktober 1982 regierte dann Dr. Helmut Kohl, der die Ostpolitik seiner Vorgänger weiter führte und zum Erfolg brachte: Die Vollendung der deutschen Einheit gelang dank des diplomatischen Geschicks des „ewigen Kanzlers“, der zudem den europäischen Einigungsprozess vorantrieb. Oft medial mit Häme bedacht, zollte sogar SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein Respekt „Gut gemacht, Kanzler !“.

16 Jahre Helmut Kohl bedeuteten für den deutschen Fußball auch einen Weltmeistertitel (1990), zwei Vize-Weltmeistertitel ((1982/1986), aber auch zweimal ein vorzeitiges Aus im Viertelfinale (1994/98).
Ob das WM-Aus 1998 auch zur deutlichen Wahlniederlage der CDU und CSU ist wahrscheinlich noch „metaphysisch“ zu untersuchen, jedenfalls ging aus den Wahlen 1998 Gerhard Schröder als Sieger hervor.

GSUnter Schröder trat die Bundesrepublik außenpolitisch selbstbewusst auf und wurde innenpolitisch der Reform-Stau aufgelöst. Der Euro löste 2002 die D-Mark auch in der Geldbörse ab. Und: Der Deutsche Bundestag bezieht ab April 1999 sein neues Domizil in Berlin.

Der frühzeitige Abgang von Oskar Lafontaine erschütterte nicht nur die rot-grüne Bundesregierung, auch die SPD erholte sich von diesem personellen Verlust nicht mehr, zumal die Linke letztendlich den politischen Oskar erhielt. Die starke Konkurrenz an der linken Seite der SPD führte dazu, dass die SPD heute in einem 23 Prozent-Ghetto verharrt.

JFBeeindruckend blieben die Wahlkämpfe von Gerhard Schröder: 1998 demütigte er die Union, 2002 konnte er „in der 90.Minute“ noch den SPD-Wahlsieg sichern und 2005 brachte er die SPD nach einem 20 Prozent Rückstand (!!!) acht Wochen vor der Bundestagswahl die SPD bis auf einen Prozentpunkt an CDU und CSU heran. Gerhard Schröder wird als der ewige Kämpfer in die Kanzler-Geschichte eingehen.

Dr.Angela MerkelSeit 2005 führt nun Angela Merkel eine Große Koalition aus CDU, CSU und SPD. Sie avancierte schnell zur beliebtesten Politikerin in Deutschland und genießt hohes Ansehen gerade bei Nachbarn und Verbündeten. Ihr Herausforderer Frank-Walter Steinmeier steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Aber mittlerweile bröckelt die Zustimmung zu CDU, CSU und F.D.P. … Wiederholt sich 2005 oder erleben wir einen fulminanten Schlussspurt der Amtsinhaberin ?! Am 27.September um 18.00 Uhr sind wir schlauer.

Übrigens: Die ewige Regierungspartei in Deutschland ist die F.D.P. mit 42 Regierungsjahren – mal an der Seite der Union, mal an der Seite der SPD und auch dieses Mal das „Zünglein an der Waage“. Aber auch die Stärke der Grünen und Linken dürfte wahlentscheidend sein …

Es bleibt spannend. Jede Stimme zählt. Siehe 2002 und 2005 !!!! Darum: Wählen gehen, damit die „Richtigen“ gewinnen.

Und dann könnte es farbenprächtig werden: Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb, Schwarz-Gelb-Grün („Jamaika“), Rot-Gelb-Grün („Ampel“), Rot-Rot-Grün (Was „keiner“ will …) oder Rot-Grün (Für sozialdemokratische Träumer.).

In Schwerin wetteifern jedenfalls

Silke Gajek (Bündnis 90/Die Grünen)

Dietrich Monstadt (CDU)

Hans-Joachim Hacker (SPD)

Dr.Dietmar Bartsch (Linke)

Christian Ahrendt (FDP)

um den Erfolg und damit um das Bundestagsmandat für den Wahlkreis 013 – Schwerin-Ludwigslust.

M.Michels

F (Deutscher Bundestag): 1.Dr.Konrad Adenauer (CDU) – Bundeskanzler 1949/63. / 2.Dr.Kurt Schumacher – SPD-Vorsitzender nach dem 2.Weltkrieg. / 3.Willy Brandt (SPD) – Bundeskanzler 1969/74 und SPD-Vorsitzender 1964/87. / 4.Kanzler der Einheit: Dr.Helmut Kohl (CDU). / 5.Helmut Schmidt (SPD) – Bundeskanzler 1974/82. / 6.Walter Scheel (FDP) – Außenminister 1969/74 und Bundespräsident 1974/79. / 8.Hans-Dietrich Genscher (FDP) – Außenminister 1974/92. / 9.Franz-Josef Strauß (CSU) – bayrischer Ministerpräsident 1978/88 und CSU-Vorsitzender 1961/88. / 10.Gerhard Schröder (SPD) – Bundeskanzler 1998-2005. / 11.Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) – Außenminister 1998-2005. / 12.Dr.Angela Merkel seit 2005 erste deutsche Bundeskanzlerin.

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SGSilke Gajek (Grüne) ____________________________

DMDietrich Monstadt (CDU)

HJSHans-Joachim Hacker (SPD)

DBDr.Dietmar Bartsch (Linke)

Christian AhrendtChristian Ahrendt (FDP) ______________