Schwerin (pb): Seit Frühjahr 2003 vertritt der Diplomat
Hartmut Blankenstein (61) als Botschafter die Bundesrepublik Deutschland in Maskat, der
Hauptstadt des Sultanats Oman. Im Mai überreichte er dem dortigen Sultan Qabus bin Said
al Said sein Beglaubigungsschreiben, Mitte Oktober überbrachte Botschafter Hartmut
Blankenstein seine Glückwünsche dem Schweriner Extremsportler Michael Kruse zum Sieg des
"Wüsten-Doppelmarathon" im Oman (Foto). Groß die Überraschung bei Michael
Kruse, als sich im Gespräch mit dem Botschafter herausstellte, dass dieser die
Landeshauptstadt Schwerin aus seiner Jugendzeit her ziemlich genau kennt.
Botschaft der
Bundesrepublik Deutschland im Sultanat Oman (Foto). Botschafter Hartmut Blankenstein:
"Ich war zwar die letzten Jahre im Auswärtigen Amt in Berlin tätig und von dort aus
weltweit als Inspekteur der über 200 deutschen Auslandsvertretungen eingesetzt. Einen
wesentlichen Teil meiner Jugend und meiner Ausbildungszeit habe ich aber, aus Schlesien
kommend, in Thüringen und in Mecklenburg verbracht. Lange ist`s her, aber ich erinnere
mich noch sehr gut an meine Schulzeit an der Schweriner Friedensschule in den Jahren
1952/53. Wir wohnten damals in der Johann-Sebastian-Bach-Straße, und der tägliche
Schulweg führte über den Obotritenring. Den Hauptverkehr stellten damals sowjetische
Militärfahrzeuge und die ersten EMWs. Mit dem Fahrrad ging es um den Pfaffenteich und
später um den Schweriner See, im Schloß habe ich bei internationalen Schachturnieren
gekiebitzt, und im Sommer ging es ins Pionierlager nach Kühlungsborn".
Die Familie Blankenstein zog später nach Berlin und kam - noch
vor dem Mauerbau 1961 - über Hamburg ins Rheinland. Hartmut Blankenstein studierte
nach dem humanistischen Abitur in Mönchengladbach zunächst in Köln, dann in Tübingen.
Er war Referendar in Düsseldorf sowie in Berlin, absolvierte dabei sechs Monate
Rechtsanwaltsstage bei einem französischen Rechtsanwalt in Bordeaux. 1969 ließ er sich
als Rechtsanwalt in Darmstadt nieder, wo er seine Frau kennen gelernt hatte. 1971 trat er
seinen Dienst im Auswärtigen Amt an, Zypern, die Sowjetunion, Ungarn, Tansania und
Spanien waren Stationen mehrjähriger diplomatischer Einsätze. Im Auswärtigen Amt in
Bonn wirkte der Diplomat in der Politischen, der Wirtschafts- und der Personalabteilung.
Mit dem Regierungsumzug verlegte 1998 auch der damalige Vortragende
Legationsrat 1. Klasse Blankenstein mit seiner Frau - die beiden Söhne waren
inzwischen außer Haus - seinen Wohnsitz nach Berlin. Hartmut Blankenstein: "Ich
habe mich schon immer als "Gesamtdeutscher" gefühlt und so auch immer ganz
Deutschland auf meinen verschiednen Auslandsposten vertreten. Das Engagement für Europa
wurde dadurch eher noch verstärkt. Im Sultanat Oman ist Deutschland ein gern gesehener
Partner. Ich freue mich, in diesem noch so unbekannten, unerschlossenen, aber
wunderschönen und gastfreundlichen Land als Vertreter Deutschlands wirken zu können".
Wie
gastfreundlich, exotisch schön der Oman ist, erfuhren Extremsportler Michael Kruse und
der Verfasser beim 2. Internationalen Wüsten-Doppelmarathon nachhaltig. Als "Botschafter"
der Stadt Schwerin übergab Michael Kruse Info-Material des Amtes für
Wirtschaftsförderung an Botschafter Hartmut Blankenstein. Dazu der Botschafter: "Das
Schwerin-Info Material hat als erstes bei mir selbst einen neugierigen Leser gefunden.
Mich hat doch sehr interessiert, wie sich Stadt und Umland in den letzten Jahren
entwickelt haben. Jetzt kann ich bei Gesprächen und Veranstaltungen hier im Lande doch
mit mehr Kenntnissen und auch Anschauungsmaterial für ein Engagement in
Mecklenburg-Vorpommern und besonders in und um Schwerin (Industriepark !) werben".
Schwerins Oberbürgermeister Norbert Claussen dankte in einem
Schreiben Botschafter Blankenstein für seine Unterstützungen und brachte zum Ausdruck,
er würde sich freuen, ihn einmal persönlich in Schwerin begrüßen zu können.
Extremsportler Michael Kruse (TriSport Schwerin) fand Anerkennung beim OB für seinen
eindrucksvollen Sieg beim Doppel-Wüsten-Marathon und für seine Aktivitäten zur
Anbahnung wirtschaftlicher Kontakte zum Sultanat Oman. Foto (3): P. Bohne