Sportreport pb: 20. Internationale ADAC Rallye Deutschland
Geschrieben am 22.11.01 um 14:02
von Peter Bohne |
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Erster Tag Top-Leistung, dann war der "Reifenkiller Baumholder" mit an Bord des Toyota-Teams Armin Kremer/Fred Berßen
Trier (pb): Zwei WP-Bestzeiten im Starterfeld der Weltelite zum
Auftakt der Rallye Deutschland (EM- und DM-Lauf) durch das Toyota-Team Armin
Kremer/Fred Berßen und ein sensationeller dritter Gesamtrang am ersten Tag.
Doch dann große Enttäuschung am 2. und 3. Wertungstag. Bedingt durch vier
kapitale Reifenschäden fällt der Mecklenburger bis auf Platz 7 zurück.
Strahlender Sieger: Philippe Bugalski im Citroen Xsara WRC. Platz 6 und magere
20 EM-Punkte für Kremer/Berßen
Nach dem Restart der Rallye Deutschland zur zweiten Etappenwertung am
Sonnabend morgen gegen 8:00 Uhr war nicht Fortuna, sondern zusätzlich zum
Co-Piloten Fred Berßen saß der „Baumholder- Reifenkiller“ mit im Toyota
Corolla WRC. WP 6, 7 und 8, dreimal Reifenschaden, in jeder dieser auf Bestzeit
zu absolvierenden Wertungsprüfungen ein kaputter Reifen. War es in der WP 6
noch ein schleichender Plattfuß, so mussten Armin Kremer und Fred Berßen in
der 35 km-WP „Panzerplatte“ auf dem Truppenübungsplatz Baumholder im Hunsrück
sogar anhalten und in dieser WP 7 das Rad vorne rechts wechseln. Zeitverlust ca.
drei Minuten. Damit nicht genug, ca. 6 Kilometer vor dem Ziel der WP 8
„Erzweiler“ ein weiterer Platter. Auf blanker Felge humpelnd retten sich
Kremer/Berßen ins Ziel der WP 8, nochmals eine Minute Zeitverlust.
Aus der Traum vom großen Erfolg auf dem Siegerpodest der Internationalen .
Rallye Deutschland, wie es am Freitag Abend mit Gesamtrang 3 im Starterfeld der
78 Teams aus 13 Nationen noch möglich erschien. Wie Reifen mordend der Truppenübungsplatz
Baumholder ist, musste auch der amtierende Weltmeister Marcus Grönholm
(Finnland/Peugeot 206 WRC) erfahren. Platter in der WP 11, Zeitverlust 2 ½
Minuten und damit war auch der Zweikampf Citroen-Peugeot vorzeitig zu Gunsten
des Citroen-Drivers Philippe Bugalski im Citroen Xsara WRC entschieden. Kremer
verbessert sich zwar noch am Sonnabend auf Platz 6, doch sein Rückstand betrug
bereits 6:10,3 min. Bester Deutscher: Matthias Kahle im Seat Cordoba WRC auf
Platz 5, 22,4 Sekunden vor dem Mecklenburger und mit 5:48,1 min. Rückstand zum
Führenden Philippe Bugalski.
Im deutsch internen K&K-Duell keimte nochmals Hoffung auf, als Armin
Kremer zum Auftakt der dritten Tageswertung die zweitbeste Zeit hinter
WM-Starter Francois Delecour (Frankreich/Ford Focus RS WRC) fuhr und ihm dies
nochmals in der WP 15 ebenfalls hinter dem Ford-Driver gelang. Zwischen durch
aber schlug nochmals der „Reifenkiller“ zu, Plattfuß am Kremerschen Toyota
in der WP 14. Abermals quälten sich Kremer/Berßen auf blanker Felge ins Ziel,
45 Sekunden Zeitverlust. Armin Kremer beim Service: „Ich hab hier wohl die
Reifenscheuche am Fuß, dies ist nun schon unser vierter Plattfuss. Es ist nicht
zu fassen“. Co-Pilot Fred Berßen: „Und wir wissen nicht, wo diese Reifenschäden
herkommen“.
Doch Armin Kremer gibt sich nicht geschlagen, in der WP 17 markiert der 32jährige
nochmals im Feld der Weltelite die zweitbeste WP-Zeit, 4,9 Sekunden hinter dem
amtierenden Weltmeister Marcus Grönholm, 1,8 sec. vor dem drittplazierten Ford
Werksfahrer Francois Delecour. Final-WP die Zuschauer Spezialprüfung St. Wendel
(WP 18). Bereits beim ersten Umlauf am Sonnabend Abend von rund 20.000 Fans
besucht, waren es wohl am gestrigen Sonntag noch ein paar mehr Zuschauer.
Fazit: der Friedrichsruher hat beeindruckend seine Fähigkeiten im
Starterfeld der Weltelite aufgezeigt. Zwei WP-Bestzeiten und drei Mal Platz 2
als Privat-Starter einzufahren, ist absolut Klasse. Ob es aber hilft Sponsoren
zu finden, oder gar ein Werksengagement zu bekommen, steht weiter in den
Sternen. Car Finish Chef Joachim Müller (Rotberg bei Berlin): „Der weitere
EM-Einsatz mit Armin Kremer wird wie geplant realisiert. Nächster Start für
den Armin ist der EM-Lauf Rallye Madeira (P) Anfang August und dann im September
die Rallye Elpa Halkidikis (GR). Wenn wäre, dann hätte – zählt eigentlich
nicht. Aber zählt man die vier Minuten Zeitverlust alleine vom zweiten Tag in
Kremers Ergebnis ab, wäre locker Platz 2 für das Toyota Team Kremer/Berßen im
Bereich des Möglichen gewesen. Zählen aber tut nur das ausgewiesene Ergebnis:
Kremer/Berßen Platz 6 und dafür gibt es nur magere 20 EM-Punkte.
Endergebnis Rallye Deutschland 2001, 18 Wertungsprüfungen:
1. Bugalski/Chiaroni, F, Citroen Xsara WRC, 3:23:12,7 h
2. Baumschlager/Wicha, A/D, Ford Focus WRC, 4:27,2 min. zurück
3. Delecour/Grataloup, F, Ford Focus WRC, 4:32,1 min.
4. Grönholm/Rautiainen, FIN, Peugeot 206 WRC, 4:49,9 min.
5. Kahle/Schneppenheim, D, Seat Cordoba WRC, 5:26,0 min.
6. Kremer/Berßen, D, Toyota Corolla WRC,6:15,5 min.
Peter Bohne
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