Füchse erobern Schwerin
Geschrieben am 03.08.04 um 00:12
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Beachten! Keine Essenreste auf den Kompost
In den vergangenen Wochen meldeten sich mehrmals Schweriner Bürger bei der Stadtverwaltung und berichteten aufgeregt über Beobachtungen von sogenannten *Stadtfüchsen".
Die Ursache des vermehrten Auftretens der Füchse liegt unter anderem daran, dass jetzt die Jungfüchse ihre Umgebung erkunden und weite Streifzüge in der Stadt unternehmen. Es wurden wiederholt Fuchsbaue in den Kleingartenanlagen festgestellt. Man rechnet pro Fuchsbau mit vier bis sechs Welpen pro Jahr.
Begünstigt werden diese Ausflüge und Ansiedlungen der Füchse in Schwerin, weil zu dieser Jahreszeit viel in Gartenanlagen gegrillt wird. Die Speisereste werden sehr häufig auf den Kompostanlagen entsorgt, so dass die Füchse ein gutes Nahrungsangebot in der Nähe der Menschen haben. Seit Beginn der 90-iger Jahre ist deutschlandweit als Folge der bundesweiten Tollwutimmunisierung ein starkes Ansteigen der Fuchsbestände zu beobachten. Die Rotpelze erobern als neuen Lebensraum auch Städte und Dörfer. Hier können Fuchspopulationen eine acht bis zehnmal höhere Dichte als in Wald und Feld erreichen. Diese sogenannten Stadtfüchse zeichnen sich durch geringe Scheu vor den Menschen aus, ernähren sich von Speiseresten und werden dadurch immer häufiger beobachtet.
Þ Ein wichtigster Aufruf und Hinweis an die Schweriner Bevölkerung, um die Füchse aus der Umgebung fernzuhalten:
Füchse sind vor allem dort, wo sie Nahrung finden. Deshalb unbedingt beachten, dass den Füchsen kein Nahrungsangebot im Garten oder in der Wohnumgebung angeboten wird.Essensreste gehören nur in verschließbare Behälter.
Füchse dürfen nach dem Jagdrecht nur in Jagdgebieten erlegt werden. In befriedeten Gebieten, wie beispielsweise Gartenanlagen, ist ein Abschuss der Tiere im Regelfall nicht möglich.
Einen Fuchs mit einer Kastenfalle zu fangen, gelingt auch kaum, da er viel zu schlau ist und die Fangmethode durchschaut. In den ausgewiesenen Jagdgebieten der Landeshauptstadt Schwerin wurden in dieser Jagdsaison von den Jagdpächtern schon 14 Füchse erlegt. Im vergangenen Jahr war es lediglich ein Fuchs.
Bei den Anrufen der Schweriner Bürger zeigte sich eine große Unsicherheit hinsichtlich den möglichen gesundheitlichen Gefahren. So sind die Bürger verunsichert, wenn der Fuchs im engeren Umfeld wie im Garten, auf dem Sportplatz oder auf der Terrasse entdeckt wird. Zur Tollwutgefahr kann angemerkt werden, dass Mecklenburg- Vorpommern seit vielen Jahren tollwutfrei ist. Auch kommen immer wieder Anfragen zu der Gefahr für die Gesundheit durch den Fuchsbandwurm. Der kleine Fuchsbandwurm kann auf natürlichem Wege direkt oder indirekt zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Wirte des kleinen Fuchsbandwurmes können nicht nur Füchse, sondern auch andere Tierarten wie Hunde und Katzen sein. Eine Studie Ende der 90-iger Jahre in Mecklenburg-Vorpommern belegte, dass die Durchseuchungsrate bei ca. 1,1 % der untersuchten Füchse lag. Die Durchseuchungsrate der Füchse war wesentlich geringer als in Süd- und Mitteldeutschland.
Bei einer möglichen Infektion mit dem Fuchsbandwurm kommt es zu einer schweren Erkrankung des Menschen. Um das Risiko einer Erkrankung einzuschränken sollten bestimmte Hygieneregeln beachtet und eingehalten werden.
- Essensreste gehören in verschließbare Behälter
- Wald- und Gartenfrüchte in Bodennähe nur gründlich gewaschen bzw. gekocht essen
- Sandkisten abdecken
- bei Hunden vom Tierarzt eine Parasitenbehandlung durchführen lassen
Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre ist festzustellen, dass die Zahl der Füchse im Wohnumfeld eingedämmt werden kann, wenn die Hygieneregeln konsequent befolgt werden. Es liegt also auch bei jedem selbst ein Stück in der Hand.
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