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WM-Ausrichter sagen den Drachenbootverbänden ab

Geschrieben am 11.09.04 um 12:12


Schwerin plant 2005 Internationalen Weltcup im Drachenbootfahren



Jetzt steht es fest. Trotz monatelanger Verhandlungen mit den deutschen und internationalen Drachenbootverbänden zog die Stadt Schwerin und die Kanurenngemeinschaft Schwerin den Schlussstrich. "Wir lassen uns nicht zum sportpolitischen Spielball machen", sagte Oberbürgermeister Norbert Claussen. Statt einer Weltmeisterschaft will Schwerin als die europäische Hochburg des Drachenbootsports einen internationalen Weltcup organisieren.

Es war eine große Begeisterung in der Region spürbar als Schwerin im Februar den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2005 bekam. Doch diese hielt nicht lange an. Bereits im ersten Gespräch kündigte Manfred Russ, Vertreter des Internationalen Drachenbootverbandes (IDBF) an, das die Ausschreibung des Deutschen Drachenbootverbandes (DDV) für den IDBF nicht bindend sei. "Insofern traten bei uns Bedenken auf, ob die Ausschreibung überhaupt rechtens ist", sagt Norbert Claussen. "Diese Bedenken konnten die Verbände bis gestern nicht ausräumen. Bis heute liegt der Stadt Schwerin keine schriftliche Zusage für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft vor." Immer wieder habe der IDBF zusätzliche Forderungen gestellt, die vom Ausschreibungskonzept erheblich abgewichen sind. So hätte die Stadt die überregionalen und internationalen Vermarktungsrechte an den IDBF abtreten sollen. Gleichzeitig beanspruchte der Verband die Nachnutzung der Regattastrecke und der für die WM gekauften Drachenboote. "Das ist absolut unüblich", so Claussen. "Zumal der IDBF und der DDV darüber hinaus noch Gelder von der Stadt verlangt haben." Claussen betonte ausdrücklich, dass die Stadt zu jedem Punkt der im Januar abgegebenen Bewerbung stehe. "Wir haben ein sehr umfangreiches Konzept auf Grundlage der Ausschreibungsbedingungen erstellt. Wenn die Verbände jedoch selber nicht wissen, was sie wollen, ist es schwierig, solch eine Veranstaltung voranzutreiben." Im Sinne der Stadt Schwerin entschieden die Stadt Schwerin und die Kanurenngemeinschaft daher, keine Weltmeisterschaft für IDBF und DDV auszurichten. "Wir haben als Drachenbootstadt von europäischer Bedeutung einen Ruf zu verlieren", erklärt Jörn Lauenburg, Vorsitzender der Kanurenngemeinschaft Schwerin. Vor allem will sich Schwerin dabei die Unabhängigkeit bewahren. Dass die Drachenbootverbände eine Anerkennung auf ein alleiniges Recht von Drachenbootveranstaltungen in Schwerin einfordern, liegt nicht im sportlichen Sinne von Fairness und Offenheit für die vielen Sportler. "So etwas können die Stadt und die KRG nicht unterschreiben", so die Ausrichter. "Unsere Veranstaltungen sind verglichen mit internationalen Events von sehr hohem Niveau. Deshalb stehen wir allen Veranstaltern offen gegenüber." Neben den erfolgreichen Veranstaltungen wie die Schülermeisterschaften, das Drachenbootfest am Faulen See und das Drachenbootfestival am Pfaffenteich will die Stadt einen INTERNATIONALEN WELTCUP 2005 austragen. "Weltweit ist bekannt, was wir den Sportlern bieten können. Wir werden sie nicht enttäuschen", so Lauenburg. Auch Oberbürgermeister Norbert Claussen sichert die Unterstützung zu: "Unser Ziel ging schon seit längerem in die Richtung die Drachenbootveranstaltungen in den nächsten Jahren auf eine internationale Ebene zu stellen. Auch wenn die WM gut in dieses Vorhaben gepasst hätte, es geht auch ohne." Zur Zeit prüft die Stadt, ob gegen den Deutschen Drachenbootverband Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.


 
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