MV: Riemser Arzneimittel AG auf Erfolgskurs
Geschrieben am 07.12.01 um 23:11
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Land fördert Forschungsabteilung im Humanbereich
"Mecklenburg-Vorpommern hat auf dem Weg zum modernen Hochleistungsstandort für Biotechnologie und medizinische Forschung wieder einen Schritt voran getan", sagte
Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet am Freitag bei einem Besuch der Riemser Arzneimittel AG. Ebnet übergab den Zuwendungsbescheid zur Durchführung des Projektes "Produktentwicklung eines Präparates
gegen Darmkrebs".
Die Riemser Arzneimittel AG hat für den Zeitraum 2002 bis 2004 ein Forschungsprogramm aufgelegt, das hauptsächlich in klinische Studien, Patente und die Komplettierung
präklinischer Unterlagen investiert. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe mit Investitionszuschüssen im zweistelligen Millionenbereich und mehreren
Millionen Mark aus der Technologie- und Innovationsförderung.
Bisher lag die Hauptbehandlung des Darmkrebses in der Operation. Hier werden neue zukunftsorientierte Wege beschritten. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Präparates gegen
Darmkrebs auf Grundlage einer physiologisch im Körper vorhandenen Aminosäure.
Die Riemser Arzneimittel AG ist heute eines der größten mittelständischen Pharmaunternehmen in den neuen Bundesländern. Die einstige Produktionsstätte des Akademieinstituts für
Tierseuchen auf der Insel Riems wurde 1992 privatisiert und ist seitdem beständig gewachsen. Im Jahr 2000 firmierte sie sich aus der Riemser Arzneimittel GmbH in die Riemser Arzneimittel AG um. Der
Umsatz stieg von 2,2 Mio. DM im Jahr 1992 auf 44,6 Mio. DM im Jahr 2000. Für dieses Jahr erwartet die Riemser Arzneimittel AG mit 60 Millionen Mark wiederum mehr Umsatz. Geschäftsfelder der Firma sind
die Herstellung und der Vertrieb von Human- und Veterinärarzneimitteln sowie Pflegemitteln. Seit der Privatisierung 1992 stieg die Anzahl der Mitarbeiter von 30 auf 245.
Während im Veterinär-Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich geforscht wurde, fand im Humanbereich bisher sehr wenig eigene Entwicklung statt. Um dem wachsenden
Innovationsdruck des Marktes im Humanbereich Rechnung zu tragen, soll für diesen Bereich eine neue Forschungsabteilung eingerichtet werden.
Zur Zeit gibt es zahlreiche Forschungen, die sich mit biotechnologischen und gentechnischen Präparaten beschäftigen. Als traditionelles Impfstoff-Unternehmen liegen langjährige
Erfahrungen auf dem Bereich der Biotechnologie und der Immunologie vor. Diese Kompetenz soll nun um den Sektor Onkologie erweitert werden. Damit sind insbesondere im Humanbereich in den nächsten
Jahren enorme Zuwachsraten zu erwarten.
Ebnet: "Forschung ist kein Selbstzweck. Sie muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Spätestens mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist uns allen vor
Augen geführt worden, mit welch ungeheurer Dynamik sich die Bio- und Gentechnologien entwickeln."
Die Riemser Arzneimittel AG ist ein positives Beispiel für die Entwicklung von Unternehmen im Bereich der Biotechnologie. Als Mitglied des BioCon Valley Vereins nimmt sie gezielt
Einfluss auf die Entwicklung und Nutzung der modernen Biotechnologien in Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen hat sich ein hohes Ziel gesetzt und peilt einen Markt an, der von den Großen der
Branche beherrscht wird: Krebsmedikamente. Doch wenn das Konzept aufgeht, wird es in zwei bis vier Jahren die sehr belastenden Behandlungen bei einigen Krebsformen ablösen.
Die Landesregierung unterstützt Unternehmen im Bereich der Biotechnologie. Mecklenburg-Vorpommern hat hervorragende Chancen, von der Entwicklung der Biotechnologien zu profitieren.
Die Initiative BioCon Valley ist für die Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung, da sie schon jetzt und auch zukünftig hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft und eine
wesentliche Säule der Technologiepolitik der Landesregierung ist.
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