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Statistischer Jahresbericht 2001 veröffentlicht

Geschrieben am 03.06.02 um 13:01


Das Statistische Landesamt hat heute in seiner Reihe der Sonderhefte den "Statistischen Jahresbericht 2001 - Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern" veröffentlicht.

Der seit 1994 herausgegebene Jahresbericht umfasst in dieser Ausgabe 83 Seiten und vermittelt einen Überblick über die im Jahr 2001 erzielten Hauptergebnisse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung im Land (an einigen Stellen des Berichtes beziehen sie sich entsprechend der Datenlage auf das Jahr 2000, da Angaben für 2001 noch nicht vorlagen). Für ihre Bewertung wurden vergleichsweise die in den Vorjahren erzielten Entwicklungsergebnisse, aber auch Vergleiche mit anderen Bundesländern herangezogen. Für Hauptindikatoren erfolgten Niveauvergleiche mit dem früheren Bundesgebiet bzw. dem Bundesdurchschnitt.

Der erstmals deutliche Rückgang der wirtschaftlichen Gesamtleistung, verbunden mit einer vergleichsweise stärkeren Verringerung der Erwerbstätigkeit und der zweithöchsten Arbeitslosigkeit im Vergleich der Bundesländer, waren die Hauptmerkmale der Entwicklung im Jahr 2001, nachdem schon davor fünf Jahre in Folge ein nur schwaches Wirtschaftswachstum bzw. Stagnation zu verzeichnen waren.

Das Bruttoinlandsprodukt, Indikator für die wirtschaftliche Gesamtleistung, hat sich in 2001 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 28,9 Milliarden EUR verringert, während es im früheren Bundesgebiet einschließlich Berlin um 0,6 Prozent zunahm (neue Bundesländer: - 0,1 Prozent). Die seit Jahren schwache Wirtschaftsentwicklung (Jahr 2000: + 0,6 Prozent) war gespalten und nicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell bedingt. Der weitere Abbau von Überkapazitäten im Baugewerbe, die durch den Nachwendeboom entstanden waren, setzte sich in 2001 verstärkt fort (Bruttowertschöpfung: - 13,0 Prozent; Deutschland: - 6,6 Prozent). Demgegenüber wurde im Verarbeitenden Gewerbe eine Steigerung der Wirtschaftsleistung erzielt, die wieder über dem Bundesdurchschnitt lag (Bruttowertschöpfung: + 5,6 Prozent; Deutschland: + 0,1 Prozent); der Umsatz hat sich in 2001 sogar um 8,4 Prozent erhöht. In der Wirtschaftsabteilung Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister wurde mit 2,1 Prozent mehr Bruttowertschöpfung ein nur geringes Wachstum erzielt, das, wie in anderen Hauptbereichen der Wirtschaft, etwas unter dem Bundesdurchschnitt (+ 2,9 Prozent) lag. Fortgesetzt hat sich, wenn auch abgeschwächt, die positive Tourismusentwicklung. Mit 8,3 Prozent mehr Übernachtungen lag Mecklenburg-Vorpommern bei diesem Indikator im Vergleich der Bundesländer je 1 000 Einwohner mit Abstand auf dem ersten Platz. In der Landwirtschaft wurde bei der Getreideernte in 2001 erneut ein Rekordergebnis erzielt, mengenmäßig war es um 16 Prozent größer als im Jahr 2000. Zurückgegangen sind die Viehbestände bei Rindern und Schweinen, auch die Milcherzeugung (- 0,9 Prozent) hat sich leicht verringert, während die gewerblichen Schlachtungen kräftig zunahmen. Im Ergebnis war die Bruttowertschöpfung der Landwirtschaft (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) um 9,2 Prozent höher als im Vorjahr (Deutschland: + 1,2 Prozent). Handel, Gastgewerbe und Verkehr (Bruttowertschöpfung: + 0,8 Prozent; Deutschland: + 2,3 Prozent) sowie die öffentlichen und privaten Dienstleister (Bruttowertschöpfung: - 1,4 Prozent; Deutschland: + 0,4 Prozent) entwickelten sich dagegen unterdurchschnittlich.

Der Export (2,4 Milliarden EUR) ist in 2001 nur um 0,5 Prozent angestiegen. Je Einwohner wurden Waren im Wert von 1 361 EUR exportiert, im Bundesdurchschnitt waren es 7 754 EUR.

Das Existenzgründungsgeschehen war in 2001 wieder durch weniger Gewerbeanmeldungen (- 5,0 Prozent), aber auch durch weniger Gewerbeabmeldungen (- 3,6 Prozent) gekennzeichnet. Die Insolvenzen von Unternehmen haben sich in 2001 um 30,6 Prozent erhöht. 1 303 Unternehmen (mit 7 030 Arbeitnehmern) erklärten ihre Zahlungsunfähigkeit, darunter 485 im Baugewerbe.

Die Zahl der Erwerbstätigen, die ihren Arbeitsort in Mecklenburg-Vorpommern haben, nahm in 2001 um 21 200 Personen (- 2,8 Prozent) ab, wobei die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort im Land sogar um 32 700 zurückging. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich spürbar verschlechtert. Die Arbeitslosenquote (Männer: 19,3 Prozent; Frauen: 19,9 Prozent) ist insgesamt (19,6 Prozent; Vorjahr: 19,0 Prozent) nach Sachsen-Anhalt weiterhin die zweithöchste im Vergleich der Bundesländer.

Die demographische Entwicklung hat - soweit es junge Arbeitsuchende betrifft - noch nicht zu einer spürbaren Entlastung des Arbeitsmarktes geführt. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren war im Jahresdurchschnitt 2001 mit 20 054 nur um 2,6 Prozent geringer als im Vorjahr. Die Zahl der Schüler an beruflichen Schulen ist in 2001 weiter zurückgegangen (um 2,4 Prozent auf 69 764), die Zahl Auszubildender, u. a. wegen Lehrstellenmangels, sogar um 5,3 Prozent (auf 48 919).

Demgegenüber hat sich infolge der massiven Geburtenausfälle nach der Wende die Schülerzahl an den Grundschulen gegenüber 1991 bereits mehr als halbiert (- 62,7 Prozent).

Die seit 1995 wieder positive Geburtenentwicklung setzte sich in 2001 nicht fort (- 2,8 Prozent) und erreichte mit 7,3 Lebendgeborenen je 1 000 Einwohner erst wieder 54 Prozent des Vorwendeniveaus von 1989. Die Zahl der Lebendgeborenen (12 900) war somit weiterhin beträchtlich geringer als die der Gestorbenen (17 100). Das daraus resultierende Geburtendefizit (- 4 200) hatte in 2001, verbunden mit einem wesentlich höheren Wanderungsverlust (- 11 700), einen weiteren Bevölkerungsrückgang zur Folge (2001: - 0,9 Prozent auf 1,760 Millionen Einwohner). Nach den Ergebnissen der 2. Landesprognose Mecklenburg-Vorpommern ist mit einem langfristigen Rückgang der Bevölkerung auf 1,6 Millionen bis zum Jahr 2020 zu rechnen.

Die Einkommensverteilung wies auch in 2001 deutliche Veränderungen auf: 59,4 Prozent der Erwerbstätigen (Vorjahr: 63,2 Prozent) hatten ein Nettoeinkommen von unter 1 125 EUR, während 28,4 Prozent ein Nettoeinkommen von mindestens 1 278 EUR (Vorjahr: 24,7 Prozent) erzielten, darunter 4,2 Prozent von mindestens 2 301 EUR. In der Entwicklung der Verdienste (Bruttomonatsverdienste der Arbeiter: + 1,6 Prozent; Bruttomonatsverdienste der Angestellten: + 3,2 Prozent) hat sich der Abstand zum Westniveau kaum verringert (Arbeiter: 70,2 Prozent, Angestellte: 72,7 Prozent Angleichung).

Der Einzelhandelsumsatz hat sich erneut verringert (real: - 1,3 Prozent). Trotz einer noch deutlich geringeren Wohnungseigentümerquote als in den alten Bundesländern (Jahr 1998: 32,2 Prozent; z. B. Schleswig-Holstein: 46,8 Prozent) war die Nachfrage nach Wohneigentum auch im Jahr 2001 weiter rückläufig. So wurde beim Bau von Eigenheimen (5 499 von insgesamt 9 449 Wohnungen) das Vorjahresergebnis (- 12,0 Prozent ) wiederum unterschritten, die Zahl der fertig gestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (- 33,2 Prozent) ging erheblich stärker zurück. Dennoch wurden insgesamt 53 Wohnungen je 10 000 Einwohner fertig gestellt, deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (40).

Die Leistungen des öffentlichen Dienstes (ohne Bund) wurden im Jahr 2001 mit 3,9 Prozent weniger Personal (Jahresmitte: 95 175 Personen) erbracht.

Im Gesundheitswesen hat sich die Zahl der Patienten im Jahr 2000 in den Krankenhäusern um 1,3 Prozent auf 388 269 (vollstationär) und in den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen um 8,8 Prozent auf 108 452 gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Im Sozialbereich wurden die Leistungen weiter verstärkt (Nettoausgaben 2000 nach dem Bundessozialhilfegesetz: + 3,5 Prozent). Die Zahl der Empfänger von Sozialhilfe zum Lebensunterhalt verringerte sich bis Ende 2000 (aktuellere Angaben liegen noch nicht vor) um 0,8 Prozent auf 52 315, die von Wohngeld stieg um 0,7 Prozent auf 105 894 bei insgesamt rund 828 000 Haushalten an.

Die allgemein bildenden Schulen haben in 2001 22 449 Absolventen und Abgänger entlassen. Ursache für den massiven Rückgang zum Vorjahr (- 6 014) ist die Einführung des 13. Schuljahres bis zum Erreichen des Abiturs. An den beruflichen Schulen ist die Zahl der Schüler im Schuljahr 2001/02 um 2,4 Prozent auf 69 764 zurückgegangen, von ihnen lernen 47 510 an Berufsschulen. Die Zahl Auszubildender betrug am Jahresende 2001 48 919 (- 5,3 Prozent), 17 881 neue Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2001 abgeschlossen und 4 911 Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, die Hälfte davon im 1. Ausbildungsjahr.

An den Hochschulen des Landes ist die Zahl der Studierenden in 2001 um 3,4 Prozent auf 28 104 angestiegen. Im Vergleich zu 1989 hat sie sich mehr als verdoppelt und erreicht mit 16 Studierenden je 1 000 Einwohner bereits das Niveau westlicher Bundesländer (z. B. Schleswig-Holstein: 15; Bundesdurchschnitt: 23).

In der Rechtspflege ging die Zahl der in 2001 erledigten 24 356 Strafverfahren (1. Instanz) deutlich zurück (- 9,0 Prozent), bei den Verwaltungsgerichten wurden 5,9 Prozent weniger Hauptverfahren (1. Instanz) erledigt als in 2000. Dagegen haben die bei den Finanzgerichten erledigten Klagen um 5,0 Prozent zugenommen.

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte erhöhte sich im Jahr 2001 bei den Staatsfinanzen auf 4 615 EUR und bei den Kommunalfinanzen auf 1 320 EUR je Einwohner (zum Vergleich Schleswig-Holstein: 5 957 EUR/996 EUR), insgesamt entsprach sie mit 10,5 Milliarden EUR 36,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Der Statistische Jahresbericht 2001 kann ab sofort schriftlich beim Statistischen Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 12 01 35, 19018 Schwerin oder per Telefax 0385 4801-220 bzw. per E-Mail mailto:vertrieb@statistik-mv.de zum Preis von 5,- EUR zuzüglich der Versandkosten bestellt werden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Dezernat 130-2, Telefon 0385 4801-430.


 
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