|
Geschrieben am 22.07.02 um 17:05
von Peter Bohne |
|
Zufriedene Akteure bei der Deutschen Rallyemeisterschaft in der Eifel. Armin Kremer gewinnt nach dramatischem Verlauf den DM-Lauf „Eifel-Rallye“, Matthias Kahle sichert sich vorzeitig seinen vierten DM-Titel und Fotograf Werner Schönberger übersteht gewaltige Schrecksekunde ohne Schaden.
Daun (pb):
Im Ziel am Sonntag Mittag konnten Armin Kremer und Dieter Schneppenheim
jubeln. Nach den 16 Wertungsprüfungen des DM-Laufes „ADAC Eifel-Rallye“, von
denen das Ford-Team 10 für sich im K&K-Duell mit dem Skoda-Team Matthias Kahle/Peter
Göbel entscheiden konnte, ging der Sieg erst in der letzten WP 16 an das Team Armin
Kremer mit Co-Pilot Dieter Schneppenheim im Ford Focus RS WRC.
Der Auftakt zum DM-Lauf „Eifel-Rallye“ verlief zunächst
nicht optimal für den Europameister und WM-Starter Armin Kremer im Ford Focus RS WRC.
Zwar glänzte er mit einer Bestzeit in der WP 1, doch dann konterte DM-Leader Matthias
Kahle im Werks-Skoda Octavia WRC mit zwei Bestzeiten und geht mit 1,1 Sekunden Vorsprung
zum Ford-Team in Führung.
Kremer (Foto links) wechselte
beim Service auf eine härtere Reifenmischung nach Beratung mit Technik-Chef Detlef Ruf.
Dazu Teamchef Erwin Weber: „Unsere Entscheidung zur härteren Gummimischung war genau
richtig, die nun besseren Zeiten für den Armin zeigen dies deutlich“.
Mit einen Vorsprung von 2,8 Sekunden kommt das Ford-Team aus der
zweiten Sektion zum Service. „Alles top, jetzt läuft es prima“, so Armin
Kremer. Das erwartete Duell der beiden besten deutschen Rallye-Driver neben WM-Starter
Armin Schwarz (Hyundai) begeistert aufs Neue alle Fans an der Strecke. Trotz aller
sportlichen Rivalität, die beiden Hauptakteure verstehen sich prächtig. So kommt der
Skoda-Fahrer in der Mittagspause zur Mahlzeit ins Ford-Arial. „Pute schmeckt immer
total super“, so der Görlitzer. Mit dem frühen Ausfall des DM-Hauptkonkurrenten
Wallenwein/Zeitlhofer (Mitsubishi/WP 5; Abkommen von der Strecke) steht einem vorzeitigen
Titelgewinn 2002 durch das Skoda-Team Kahle/Göbel eigentlich nichts mehr im Weg. „Ich
muss nur noch die „Eifel“ nach Hause fahren, Platz 7 reicht zum Titelgewinn 2002“,
so ein sichtlich entspannter Skoda-Werksfahrer in der Mittagspause. Von den sechs WP`s am
Nachmittag entscheidet Armin Kremer vier für sich und baut seine Führung auf 16,5
Sekunden aus.
Der
Sonntag Morgen beginnt mit einem gehörigen Schreck für das Ford-Team
Kremer/Schneppenheim und dem Fotografen Werner Schönberger (Nürnberg). In einer Kehre
auf der WP 13 (Foto; nächste Spitzkehre, Focus vorne rechts mit beschädigten
Frontspoiler) bei Gillenfeld driftet der Ford Focus von der Strecke Richtung Innenkurve
auf einen kleinen Baum zu. Von den zwei Fotografen, die sich hier postiert haben, kann
sich einer noch mit beherztem Sprung zur Seite entfernen, Werner Schönberger aber wird
vom Ford gestreift. „Armin Kremer: „Für die feuchte Piste hatten wir am Morgen
zu harte Reifen gewählt. Traktion fehlte und so bin ich leicht rausgerutscht. Ein kleiner
Baum stand im Weg und leider auch dieser Fotograf, dem glücklicher Weise außer einem
gehörigen Schrecken nichts weiter passiert ist“.
Werner
Schönberger, Nürnberg (Foto links; Gespräch mit Armin Kremer im Pressezentrum): „Um
nicht im Brennwinkel eines anderen Fotografen zu stehen, bin ich vor den Baum getreten.
Der Armin hat übersteuert, das Heck des Focus ist ausgebrochen. Ich hörte, wie Armin
Vollgas gab, um das Auto abzufangen und sah ihn voll auf den Busch und mich zu kommen.
Seitlich bin ich von der Motorhaube erfasst worden, konnte mich dann aber schnell
abrollen. Es ist nichts passiert !“.
Kremer kostete dieser Ausritt 16,1 Sekunden, nur noch 0,4 Sekunden
Abstand im K&K-Duell. Hochspannung im Ziel der folgenden drei letzten WP. Kahle
gewinnt die WP 14, Differenz: 0,1 Sekunde. Die WP 15 entscheidet Kremer mit 0,7 Sekunden
zu seinen Gunsten und liegt damit mit genau einer Sekunde in Front. Die letzte WP 16 muss
die Entscheidung bringen. Armin Kremer kommt nach 9,91 WP-Kilometern mit der Zeit von
5:24,3 ins Ziel, Matthias Kahle: 5:28,0. Kremer/Schneppenheim jubeln über ihren Sieg.
Die
zweitplatzierten Matthias Kahle und Peter Göbel jubeln auch, vorzeitig haben sie für
Skoda den DM-Titel 2002 eingefahren. Kahle zeigt stolz sein neues T-Shirt: "Deutscher
Rallyemeister 2002 Matthias Kahle / Peter Göbel Skoda Octavia WRC.
Matthias Kahle: Ich bin sehr zufrieden mit meinem
zweiten Platz, der Armin ist stark gefahren. Ich wünschte, jeder DM-Lauf wäre so
spannend. Die Freude über den Titelgewinn 2002 ist beim Skoda-Team und mir riesig..
Armin Kremer: Super spannende Rallye mit klaren
Bestzeiten für mich. Wir haben viele Erkenntnisse für den WM-Lauf „Rallye
Deutschland“ gesammelt. Am zweiten Tag habe ich mir den Sieg selbst schwer gemacht.
Und Co-Pilot Dieter Schneppenheim: Happy, verdienter Sieg mit 10 von 16
Bestzeiten. Glückwunsch an Matthias Kahle zum Titelgewinn. Es war eine super Rallye mit
prima Organisation.
Gesamtwertung 16 WP (inoffiziell):
1. Kremer/Schneppenheim, Severin/Alpen, Ford Focus RS WRC, 1:15:40,5
min.
2. Kahle/Göbel, Görlitz/Korb, Skoda Octavia WRC, 4,7 sec. zurück
3. Mohe/Gottschalk, Crottendorf/Berlin, Renault Megane Maxi, 4:39,4
min. zur.
4. Haaf/Kölbach, Windeck/Winterwerb, Citroen Saxo 1600, 5:22,1 min.
zur.
5. Gassner/Schrankl, Surheim/Obing, MitsubishiCarisma GT, 5:43,9 min.
zur.
|