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Experten diskutierten über häusliche Gewalt

Geschrieben am 27.11.02 um 17:05


Im Rahmen der landesweiten Antigewaltwoche unter dem Motto "Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder" lud die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Schwerin Petra Willert zu einem zweiten ExpertInnengespräch ins Schleswig-Holstein-Haus ein.

Inhalt dieses Gespräches war der Austausch über die ersten Erfahrungen im Umgang mit dem novellierten Gewaltschutzgesetz und dem Sicherheits- und Ordnungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern.
Danach ist es durch polizeiliche Verfügung möglich, Verursacher häuslicher Gewalt der Wohnung zu verweisen. Bislang war es so, dass die misshandelten Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser flüchten mussten.

Als Gesprächspartnerinnen und -partner standen der Justizminister des Landes M-V, Erwin Sellering, die Gleichstellungsbeauftragte des Landes M-V, Dr. Margret Seemann, der Abteilungsleiter des Innenministeriums, Herr Niehörster und leitende Beamte der Schweriner Polizeidirektion und der Inspektionen zur Verfügung.
Zahlreiche Mitarbeiterinnen von Frauenschutzeinrichtungen und -beratungsstellen der Region Schwerin nahmen an dem Gespräch teil.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt fünf Interventionsstellen, die unverzüglich Hilfe und Unterstützung für Opfer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, leisten.
Durch die provokante Moderation des Gesprächs konnte vor allen Dingen über die Schnittstellen der Zusammenarbeit der Einrichtungen, diskutiert werden.

Einen ersten Einblick in die Arbeit der seit dem 1 April 2002 tätigen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, getragen vom Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Schwerin e.V., vermittelte Carola Wachowiak, Leiterin des Schweriner Projektes. Bis heute wurden im Bereich der Schweriner Polizeidirektion 40 Wegweisungen ausgesprochen.
Die Zahl der in den Frauenschutzeinrichtungen aufgenommenen Frauen reduzierte sich nicht. Dies dient als Indiz dafür, dass die Thematik häusliche Gewalt öffentlicher wird und Frauen motivierter sind, Hilfeangebote auszuschöpfen.

Die Anwesenden waren sich darüber einig, dass Gewalt keine Privatsache ist und dass das Land Mecklenburg-Vorpommern durch die neuen rechtlichen Möglichkeiten bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt.

Die Zusammenarbeit aller an dieser Problematik arbeitenden steht weiterhin im Vordergrund. Auch künftig wird es ExpertInnenrunden geben.


 
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