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Geschrieben am 22.11.01 um 09:09
von Peter Bohne |
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New Bettle Cabrio kommt aus Mecklenburg von der Bettless Revival GmbH Wöbbelin
Wöbbelin(pb): Eins war es das „Wirtschafts-Wunderauto“, der VW Käfer.
Heute werden in Wolfsburg die modernen Typen Lupo, Polo, Golf, Bora und Passat
gefertigt. Der legendäre Käfer (Produktion über 21,5 Mill. Fz.) aber lebt
noch immer, wird wohl noch bis zum Jahre 2005 in Mexiko aufrecht erhalten. Bis
zum Jahre 1977 lief die Käfer-Produktion in Deutschland, von 1978 bis `85 kamen
Käfer für Deutschland und Europa aus Mexiko. Die Karman GmbH Osnabrück
fertigte Käfer Cabrios bis 1980, danach das Golf-Cabrio. VW Käfer kann man in
Deutschland aus Mexiko-Import erwerben. Doch die importierten Fahrzeuge müssen
für den Verkehr hierzulande technisch umgerüstet werden. Einer, der sich mit
diesen Problemen intensiv beschäftigte, ist der 37jährige Dipl.-Ingenieur
Martin Ebert. Bereits Ende seiner Studienzeit in Karlsruhe (1990/E-Technik)
importierte der Ex-Lüneburger Käfer aus Mexiko und verkaufte diese nach Umrüstung
in Deutschland.
Einen Neubeginn seiner Aktivitäten wagte Ebert 1993 mit dem Aufbau der
heutigen Bettles Revival GmbH im mecklenburgischen Wöbbelin vor den Toren der
Landeshauptstadt Schwerin. Zunächst wurden hier Mexico-Käfer zum Einsatz auf
deutschen Straßen umgerüstet, aber auch bereits Fahrzeuge dieses Typs zum
Cabrio umgebaut. Rund 30 Cabrio-Käfer waren es bis zum Jahre 1998, die in Wöbbelin
entstanden. Im März `98 entstand dann die Idee, den neuen New Bettle nach
Deutschland zu holen. Der Verkauf in den USA war gerade angelaufen, ein
Transport aus den Staaten über den großen Teich aber entsprechend teuer. Rund
55.000,- DM kostete ein New Bettle zu dieser Zeit in Deutschland, doch
begeisterte Käfer-Fans wollten nicht warten bis zum Verkaufsstart in
Deutschland. Ende 1998 war er dann im VW-Händlernetz für 34.950,- DM zu
bekommen.
Im Juli 1998 kam dann der große Tag für den Käfer-Fan Martin Ebert. Ein
knall gelber New Bettle stand im Überseehafen Bremerhaven, und dieses US-Modell
sollte wenige Stunden nach seiner Anlandung bereits eine Schicksalssekunde dem
35jährigen bescheren Auf der Überführungsfahrt von Bremerhaven nach Wöbbelin
passierte es nachts gegen 3:00 Uhr bei Lüneburg auf der B209/B4. Abkommen von
der Fahrbahn, Überschlag und mit dem Dach über die Fahrbahn einige Meter
gerutscht.Die Dachpartie des Funkelnagel neuen New Bettle war völlig demoliert
und als der Unfall Bettle in Wöbbelin stand, keimte sofort der Gedanke bei
Ebert und seinem Mitstreiter Michael Hartwig, wir bauen das erste New Bettle
Cabrio.Hartwig (56 Jahre), Karosserie-Meister, stammt aus Dresden und arbeitete
nach Verlassen der DDR rund 20 Jahre in Bielefeld. Hier entstand auch 1994 die
Zusammenarbeit mit Martin Ebert, man restaurierte gemeinsam VW Käfer.
Mit schwarzen Verdeck präsentierte sich dann das erste New Bettle Cabrio,
der Käufer kam aus Karlsruhe. Ein zweites Exemplar wurde für die IAA 1999
gefertigt, silber mit dunkelblauen Verdeck, Ledersitzen, tiefer gelegt und
LM-Felgen. Ein Prachtstück, wie Martin Ebert betont. Der Messeauftritt war ein
toller Erfolg, im Jahr 2000 wurden in der Bettles Revival GmbH 20 New Bettle zum
Cabrio umgebaut.
Begeistert zeigt sich Karosseriebauer Hartwig von seinem Produkt: „Das eigenständige
Heck mit den wunderschönen Rundungen sieht doch schöner aus als das Orginal.
Die weiche Linienführung ab B-Säule mit der unserer neuen Heckklappe besticht
doch jeden Cabrio-Freund“.
In der Tat, das New Bettle Cabrio aus Wöbbelin ist ein Schmuckstück mit gefüttertem
Verdeck, manuell oder elektrisch/hydraulisch zu betätigen. Anzuliefern ist ein
New Bettle, die Fertigungskosten zum Cabrio betragen dann 30.900,- DM. Dauer ca.
8 bis 10 Wochen bis zur Auslieferung, alle Sonderwunsche werden berücksichtigt.
Auch Reparatur- und Tuningarbeiten werden erledigt. Eigentlich schade, in
Mecklenburg-Vorpommern fand sich noch kein Käufer. „Hier im Lande konnten wir
noch kein New Bettle Cabrio absetzen. Zwar interessieren sich Käufer, aber dann
ist der Preis letztlich eine Schranke. Die Menschen verdienen halt nicht so gut
wie in den Altbundesländern“, so Geschäftsführer Martin Ebert.
Momentan sind die beiden „Macher“ Ebert und Hartwig damit beschäftigt,
den Sprung über den großen Teich in die USA zu wagen. Noch im Juni will man
mit einem Partner in Arizona den Bau eines Prototypen beginnen. Mit
vorgefertigten Teilen aus Wöbbelin soll ein New Bettle Cabrio in den Staaten
gebaut werden und dann auf einer Messe (ähnlich Motorshow Essen) vom 30.
Oktober bis 2. November in Las Vegas/Nevada vorgestellt werden. Über
Lizenznahme mit Fertigteilen aus Wöbbelin sollen dann ab 2002 jährlich 50 Bausätze
in die USA exportiert werden.
Auch für den Fall das Wolfsburg wie angekündigt ab Ende 2002 mit einem
viersitzigen Serien New Bettle Cabrio auf den Markt kommt, hat die Bettles
Revival GmbH bereits Pläne: „Dann werden wir einen Roadster (2sitzig) bauen
– wir bleiben in der Nischenfertigung“ so Ebert und Hartwig.
Interessante Zahlen: VW New Bettle Auslieferungen an Kunden in den USA und in
Deutschland:
1998: 55.800 (USA, Einführung im Frühjahr)
1999: 83.400
2000: 81.100
1998: 4.100 (D, Einführung im Herbst)
1999: 26.100
2000: 14.400
Peter Bohne
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