Severin/Berlin/Schwerin:
Das Land der Küsten und Vulkane ist auf seine Modernität ebenso stolz wie auf seine
einzigartigen Traditionen. Ab der Saison 2004 könnten die Japaner vielleicht noch auf ein
weiteres motorsportliches Event stolz sein. Neueste Pläne des Weltverbandes FIA sehen
vor, dass zwei neue Rallyes in den WM-Kalender aufgenommen werden. Diese Bestrebungen
wecken große Hoffnungen bei den Veranstaltern der „Rally Hokkaido“ in Japan,
zur der Armin Kremer und sein Berliner Co-Pilot Fred Berßen am vergangenen Wochenende zu
einem weiteren Lauf in Asien-Pazifik-Meisterschaft nach Obihiro gestarteten sind.
Vom 12.-14. September 2003 findet die Rally Hokkaido als 3. Lauf zur
„FiA ASIA-PACIFIC RALLY CHAMPIONSHIP“ statt. Für die Veranstalter ist dies die
ideale Bühne, zu beweisen, dass die Veranstaltung bereits jetzt WM-Format hat. Die Insel
Hokkaido mit weiten Flächen von unbebautem Land ist in Japan das Mekka für
Rallye-Piloten. Das Landschaftsbild wird aber auch durch Gebirgszüge geprägt. Die Stadt
Obihiro mit Ski-Gebiet und Thermalquellen gilt als Touri-Hochburg, der Servicepark der
Rallye Hokkaido liegt nur sieben Kilometer vom Zentrum der 200.000 Einwohner Stadt
entfernt.
Für Kremer/Berßen geht es
an den drei Rallye-Tagen mit ihrem Mitsubishi Lancer EVO VII über insgesamt 1302,84 km.
Das MRF-Tyres-Team wird dabei auf den 19 Wertungsprüfungen über 265,06 km versuchen, die
in Neuseeland (Foto Zielrampe) durch Gesamtrang 6 verlorene Führung in der
Asien-Pazifik-Meisterschaft zurück zu erobern. Die Wertungsprüfungen sind mit den
WP-Strecken in Finnland zu vergleichen.
Armin Kremer: „ Wir haben große Hoffnung, dass
die Weiterentwicklungen bei den indischen MRF-Reifen und beim Fahrwerk der
niederländischen Firma Reiger wesentliche Verbesserungen bringen“. Dies wollte der
Severiner bereits vor Wochenfrist in Japan testen, jedoch musste er seinen geplanten Flug
kurzfristig stornieren. Die Seekiste mit seinem Rallyefahrzeug war noch nicht in Japan
angelandet.
Fred Berßen: „Weitere Hoffnung auf einen
Sieg in der Rally Hokkaido ergibt sich für uns auch aus der Umgestaltung der
Wertungsprüfungen. Im Gegensatz zur Rally of Rotorua in Neuseeland werden in Japan nicht
überwiegend Wertungsprüfungen (WP)des Vorjahres, sondern neue Strecken gefahren. Dies
ist im Hinblick auf eine nur 2x gestattete Besichtigung der WP besonders wichtig. So sind
wir als Neulinge nicht von Anfang an benachteiligt, auch unsere Konkurrenten können kaum
auf ihre Vorjahreserfahrungen zurückgreifen“. Doch APM-Leader Fumio Nutahara ist in
Obihiro zu Hause, hat sicherlich Heimvorteil und wird so für Kremer/Berßen eine nur
schwer zu knackende Nuss.
Einige Werksteams werden zur Rally of Hokkaido Beobachter nach Japan
schicken. Sebastian Loeb (Sieger des WM-Laufes Rallye Deutschland) wird als
Citroen-Werksfahrer sogar am Training teilnehmen, um für die WP`s im nächsten Jahr
gerüstet zu sein. Die Entscheidung, ob Japan in die WM aufgenommen werden soll, wird der
Weltverband FIA im Herbst fällen. Doch den Japanern werden gute Chancen eingeräumt, weil
in der WM mit Subaru und Mitsubishi nicht weniger als zwei japanische Hersteller aktiv
sind. Und Suzuki engagiert sich als dritter Hersteller in der Junior-WM. Foto (2):
Repro P. Bohne; MRF-Team
Stand in der Asien-Pazifik-Meisterschaft nach 2 von 6
Läufen:
1 .Nutahara (J/Mitusubishi)
26 Punkte
2. Kremer (D/Mitsubishi)
21 Punkte
3. Argyle (NZ/Subaru)
19 Punkte
4. Singh (MAL/Proton)
13 Punkte
5. Hawkeswood (NZ/Mitsubishi) 10 Punkte