Schwartow
(pb): Erst als Ex Rallyeservice-Chef Friedo Hagemann (Foto links;
Boizenburg) die Organisation des Wiedersehens der Mitglieder des MC Tourist Schwerin,
Sektion ARS, in die Hand nahm, klappte es mit dem Treff der "Rallye-Dinos" im
Waldhotel Schwartow. Als nach der Wende viele Bürger eine völlig neue Berufsorientierung
suchen mussten, schmolz die Ende Dezember 1989 noch 105 Sportfreunde umfassende Sektion
ARS (Automobil Rallyesport) des MC Tourist Schwerin rapide zusammen und löste sich Ende
1990 völlig auf. Nachfolgeclub des MC Tourist Schwerin ist heute der ACV Ortsclub Tourist
Schwerin, einen cluborientierten Rallyesport gibt es in Schwerin derzeitig nicht.
In Folge des großen Zuspruchs nach der 1. Schweriner Seen Rallye
(erstmalig hatte der ADMV einen Meisterschaftslauf nach Schwerin ergeben) wurde im
Dezember 1977 die Sektion Automobil Rallyesport im MC Tourist Schwerin gegründet. Später
folgten noch Turnier- und Orientierungssport (TOS), Freizeit/Erholung/Touristik (FET) und
Caravan-Touristik (CVT).
1980
gelang es dem Fahrerpaar Horst Christ/Christian Rader (Foto links; Lada 21011/1600 ccm)
den ersten Vizemeistertitel nach Schwerin zu holen. 1986, 87 und 1990 folgten drei weitere
Vize-Titel durch André Blossey/Birgit Nötzel im Lada VFTS, Uwe Geipel/Frank Hartenstein
und Michael Kahlfuss/Uwe Baldeweg, jeweils im heißen Gruppe A Trabant 601 R. Hinzu kommt
noch ein dritter Platz 1988 von Geipel/Hartenstein.
Hervor zu heben noch die acht internationalen Club-Vergleiche
zwischen 1979 und 1986 mit dem ASK Stavby Praha und die zwei weiteren
Sportdelegationsaustausche Tallinn-Schwerin. Diese Verbindungen gaben der Schweriner Seen
Rallye eine zusätzliche Würze durch die Starts der befreundeten ausländischen
Teams in Schwerin. Nach der Wende war es zunächst ausschließlich der Friedrichsruher
Armin Kremer, der die Schweriner Tradition im Rallyesport mit bekanntlich großem Erfolg
fortsetzte.
Der
Sohn des Siegerstems der 1. Schweriner Seen Rallye, Arvid und Regine Kremer (Foto links,
4. von rechts Arvid Kremer) startete seine Rallye-Karriere in der 13. Schweriner Seen
Rallye 1990 im 26 PS Serien-Trabant. 1996 konnte er als erster ostdeutscher Starter den
DM-Titel im Mitsubishi Lancer Evo 3 einfahren. 1998 und 99 folgten zwei weitere DM-Titel
Gewinne im Subaru Impreza WRC. Bisheriger sportlicher Höhepunkt des heutigen Severiners
dann der Europameister Titel 2001 im Toyota Corolla WRC, diesjährig startet das Team
Armin Armin/Fred Berssen in der Asien-Pazific-Meisterschaft 2003. Mit dem Prignitzer
Wolfgang Meierholz (Mitsubishi/Wittenberge) und dem Nachwuchsfahrer Christoph Sorgenfrei
(Opel/Lützow) gibt es derzeitig noch zwei weitere aktive Rallyefahrer im Schweriner
Umfeld.
Viel
Stoff aus über 25 Jahren Rallyesport, die es zum Treff der 40 "Rallye-Dinos",
die den Weg noch Boizenburg übers lange Wochenende gefunden hatten, den es zu erzählen
gab. Angereichert wurden die zwei Tage mit einem Ausflug zum Schiffhebewerk Scharnebeck
(Foto), einer Dampfer-Tour über den Elbe Seitenkanal mit Schleusung und der Rückfahrt
zum Boizenburger Hafen.
Friedo Hagemann wurde allseitig Dank und Anerkennung zur
Organisation des ersten Treffs der "Rallye-Dinos" ausgesprochen. Zur Belohnung
des PS-begeisterten Boizenburger gab es einen Gutschein zu einer Ferrari-Fahrt im 380 PS
starken roten Renner F 355 und für den Service-Bastler Friedo einen "Bausatz"
Stadtroller "Berlin", 125 ccm, 6,5 PS.
Foto (4): H. Kewitz, P. Bohne (3)