Michael Kruse gewinnt 2. Wüstenmarathon im Oman
Geschrieben am 19.10.03 um 15:03
von Peter Bohne |
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Den 2. Wüstenmarathon im Oman gewinnt der Schweriner Triathlet und Extremsportler Michael Kruse mit zwei klaren Tagessiegen. Die 84 Kilometer bei Temperaturen bis zu 50 Grad in der Sonne waren extrem hart. Aufregung im Ziel-Camp am zweiten Tag. Karl-Heinz Sander (Kaiserslautern) fehlte nach sechs Kilometern, Veranstalter startete sofort große Suchaktion und fand den Läufer mit Beinkrämpfen unter einem Schatten spendenden Baum sitzen.
Muscat/Oman (pb):
Nachdem der Schweriner Michael Kruse den ersten Teil des 2. Wüstenmarathon im Oman gewonnen hatte, ging er Teil 2 sehr optimistisch am Sonnabend früh
an. Etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang, Punkt 7:00 Uhr wurden die Läufer zum zweiten Umlauf in die Wüste geschickt, diesmal in umgekehrter Richtung.
Waren Freitag die ersten 15 km läuferisch besonders anstrengend, so war es am zweiten Tag die letzten 15 Kilometer. Knackpunkt der Strecke nach ca. 30
Kilometern eine etwa 50 bis 100 Meter hohe Düne, Freitag bergab, Sonnabend bergauf. Kein Teilnehmer kam hier laufend hoch, alle mussten kraxeln.
Selbst der die Gruppe begleitende Journalisten Allrad-Jeep mit dem heimischen Fahrer Mohamed kapitulierte 10 m vor dem Kamm. Und auch Michael Kruse,
der den Anfang der Strecke in der Savanne recht flott anging, musste im Ziel eine über 20 Minuten schlechtere Zeit (4:04:14) als im ersten Umlauf mit
3:40:41 registrieren.
Michael Kruse:
"Das war besonders hart die Düne hinauf, aber bestimmt tolle Bilder für das TV-Team vom NDR. Planung ist, den 3 ½ Minutenbericht am kommenden Dienstag
im N3-Nordmagazin ab 19:30 Uhr zu senden. Ich bin die zweite Runde heute recht locker angegangen. Mit viel kühlender Flüssigkeit über den Oberkörper
und Kopf sowie ausreichend Trinkbaren wie Wasser und Cola und sowie einigen Bananen ist so ein harter Marathon auch in der Wüste erfolgreich zu
absolvieren. Ich freue mich sehr über den Doppelsieg, habe aber auch hart in der Vorbereitung gearbeitet". Mit Platz 2 wiederholte die österreichische
Ärztin Michaela Habring ihre Vorjahresplatzierung über 105 Kilometer (63+28 km).
Während Michael Kruse bereits im Ziel war, kam die Meldung, Läufer Karl-Heinz Sander fehlt. Der letzte passierte Kontrollposten meldete, der Läufer
statt sich rechts zu halten, nach links in Richtung der Berge von der Strecke abgekommen. Auch unser Journalisten-Jeep beteiligte sich an der
Suchaktion, gefunden wurde der Gesuchte allerdings in einem völlig anderen Streckenabschnitt. War aber schon recht dramatisch, bei Sonneneinstrahlung
in der Wüste von über 50 Grad kam man schon recht bald in körperliche Schwierigkeiten kommen. Eine ausreichende Wassermitnahme ist deshalb für jeden
Wüstenläufer absolute Vorschrift.
Karl-Heinz Sander: So nach vier/fünf Kilometern bekam ich fürchterliche Krämpfe in den Waden. Ich setzte mich in den Schatten und bin davon
ausgegangen, ein Jeep wird schon kommen und nach mir suchen.
Beachtenswert: Kruse Junior Dennis (14 Jahre) lief 2x über 10 Kilometer und gewann beide Streckenabschnitte in 53:07 bzw. 55:41 min., am ersten Tag
mit 39 sec. Vorsprung vor dem zweitplatzierten Engländer Christ Amstron. Am zweiten Tag kam er völlig alleine ins Ziel, die zweitplazierte Läuferin
hatte sich 5 Kilometer verlaufen und kam erst nach 2:01:10 h ins Ziel.
Klasse Leistung von Vater und Sohn Kruse, dazu Anerkennung für die Schwiegereltern und Vivi Kruse, die an beiden Tagen über viele Stunden
Kontrollposten in der Wüste besetzten.
Überraschung im
Läufer-Camp beim Auftritt des Deutschen Botschafters im Oman, Hartmut Blankenstein. Als 12jähriger lebte dieser ein Jahr (1953) in Schwerin, ging wohl
in die Friedensschule und war Mitglied der "Jungen Pioniere". Hartmut Blankenstein: "10 Kilometer traue ich mir heute durchaus noch zu, bin dem
Laufsport verbunden und freue mich, dass Läufer, Helfer und der Veranstalte aus Deutschland hierher in den Oman gekommen sind. Internationale
Veranstaltungen sehen wir in Oman noch zu wenig".
Foto (3): P. Bohne
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