Bangkok/Schwerin (pb):
Nach über 11 Stunden Flugzeit landeten Armin Kremer (Foto rechts) und Co-Pilot Fred
Berßen (Berlin) vor wenigen Tagen auf dem Flughafen von Bangkok. Bangkok ist die einzige
Stadt Thailands, die das Prädikat »Weltstadt« für sich in Anspruch nehmen darf. Etwa
jeder siebte Thai wohnt hier. Vom Flughafen ging es mit dem Mietwagen quer durch die
Hauptstadt in das 180 km entfernte Rayong. "Auf den ersten Blick sieht die Metropole
mit ihren Hochhäusern und Blechlawinen aus wie jede andere moderne Großstadt. Aber wenn
man genauer hinschaut, entdeckt man, dass die Baustile durcheinander gewürfelt sind wie
der Inhalt einer Spielzeugkiste: Wolkenkratzer sind in allen Regenbogenfarben
angestrichen, Shoppingcenter Säulen bewehrt wie griechische Tempel. Firmenzentralen sehen
aus wie in Beton gegossene Roboter oder wie zusammengesteckte riesige Legosteine. Bangkoks
Architektur vermischt alles und schreckt vor nichts zurück", so beschreibt
Fred Berßen die Fahrt zum Start und Zielort der Rally of Thailand.
Nach zwei
erfolgreichen Testtagen und der dreitägigen Besichtigung der Wertungsprüfungen zeigen
sich Kremer/Berßen optimistisch. Beim Test konzentrierte sich das MRF-Tyres Team bei
teilweise monsunartigen Regenfällen hauptsächlich auf die Fahrwerksabstimmung. "Mir
ist es mit meinem Ingenieur wohl gelungen, für alle Wetter- und Streckenbedingungen eine
passende Fahrwerksabstimmung zu finden. Die Dämpfer der holländischen Firma Reiger
arbeiten mit den neuen Federn perfekt", äußerte sich Armin Kremer zufrieden.
"Die neu konstruierten Schotter- und Matsch-Reifen konnte ich allerdings noch nicht
testen, da sie erst kurz vor dem Shakedown am Donnerstag eintreffen werden. Die Reifen
können hier wieder sehr entscheidend sein, denn das Klima in Thailand ist tropisch, es
herrschen meist Temperaturen von 30 - 35 Grad mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und
bei Regen verwandeln sich die steinharten Rallyestrecken in schlammige Pfade", fügte
Armin Kremer hinzu.
In Japan verloren
Kremer/Berßen und ihre MRF-Teamkollegen Doppelreiter (A) / Floene (N) im Mitsubishi
Lancer Evo 7 bei nassen Strecken viel Zeit gegenüber ihren direkten Konkurrenten Argyle
(NZ) und Nutahara (J). Als Vorteil für die Neuseeländer und Japaner könnten sich auch
ihre guten Streckenkenntnisse erweisen, da lediglich zwei der 17 Wertungsprüfungen
erstmalig gefahren werden. Nach dem erfolgreichen und harten Test wurde Kremers Mitsubishi
EVO VII durch das australische Einsatzteam von Race Torque Engineering komplett revidiert.
In Anbetracht der Meisterschaftschance in der Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft lies der
Team-Chef neben vielen generalüberholten Teilen sogar einen neuen Motor
einbauen.
Favorit
auf den Sieg bei der Rally of Thailand ist der bisher in der Meisterschaft glücklos
agierende Gruppe N Weltmeister und Asien-Pazifik-Champion Karamjit Singh (Foto links) aus
Malaysia mit einem Gruppe A Proton. Nach dem feierlichen Start am Freitag um 10:30
Ortszeit warten auf die Teams aus Deutschland, Österreich, Australien, Japan, Malaysia,
Norwegen, Hongkong, Neuseeland, Italien, China und Thailand bis Sonntag 14:30 Ortszeit
drei harte Rallyetage über insgesamt 941 km mit 17 Wertungsprüfungen über 254 km.
Stand
Asien-Pazific-Meisterschaft 2003 nach 3 von 5 Rallyes:
1. Argyle (NZ), 34 Punkte; 2. Nutahara
(J), 32 Punkte; 3. Kremer/Berßen (D), 31 Punkte; 4. Singh (MAL), 16 Punkte; 5. Hawkeswood
(NZ), 15 Punkte
Foto (5): MRF-Team (1);
P. Bohne (4)