Severin/Berlin/Schwerin
(F.B./pb): Zum Ende der Woche bricht das MRF Tyres Team mit Armin Kremer und Fred
Berßen zum letzten Lauf der Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft nach Indien auf. Armins
Weg führt dabei allerdings über Grand Canaria. Er nimmt dort zunächst am Race of
Champions teil und tritt dann den Weg nach Indien an.
Armin Kremer: "Wir fahren "maximum
attac", denn der Gruppe N Titel ist eigentlich sicher. Wenn es wieder gemeinsam mit
unserem Ingenieur Fredy Nowak gelingt, das Reiger-Fahrwerk und die Differentiale optimal
auf die Strecken einzustellen und die MRF-Reifen, die extra für Indien mit neuen
Gummimischungen produziert werden, funktionieren, dann wird es zwar ein hartes Stück
Arbeit, aber ich werde mit Fred den Titel als erster deutscher Fahrer für Mitsubishi nach
Deutschland holen."
Fred
Berßen (Foto) zum Abenteuer Indien: "Der indische Subkontinent ist das
gänzlich Andere, das völlig Unerwartete. Wer sich vergegenwärtigt, dass in Indien rund
dreimal so viele Menschen leben wie in allen Ländern der Europäischen Union zusammen,
ahnt, was das heißt. 17 offizielle Sprachen, 541 Dialekte; 3200 Kilometer von Nord nach
Süd, fast 3000 von Ost nach West; sieben große Religionen und unzählige Sekten; mehr
als eine Milliarde Einwohner. Elefanten als Lastenträger auf den Dorfstraßen, eine alles
lähmende Rushhour in den Großstädten; höchste Gipfel und einsamste Strände;
Luxuswagen neben Ochsenkarren; Eisenbahnen mit der Gemütlichkeit und dem Luxus
vergangener Epochen und Busse, in denen man sich die Sitze nicht nur mit einem Bauern,
sondern auch mit dessen Korb voller Hühner teilen muss; Teeplantagen und Wüsten -
all das kann man erleben".
Nach der zweimaligen Besichtigung der Wertungsprüfungen am Dienstag
und Mittwoch (2. und 3. Dez.) startet die MRF- Rally of India mit einem feierlichen Start
am Donnerstag um 19.30 Uhr Ortszeit in Mumbai (ehem Bombay). Spannend wird es dann ab
Freitag (5.12.03) 09.00 Uhr Ortszeit, wenn die Teams in Pune zur ersten von drei Etappen
gestartet werden. Auf der ersten Etappe, die über insgesamt 281 km führt, sind fünf
Wertungsprüfungen mit 95 km zu absolvieren bis das erste Fahrzeug gegen 17.55 Uhr
Ortszeit wieder in Pune erwartet wird. Am Samstag führt die zweite Etappe ab 07.00 bis
18.16 Uhr Ortszeit über insgesamt 275,50 km mit fünf Wertungsprüfungen über 114,5
km. Der Schlusstag der Rallye und Meisterschaft startet dann am Sonntag bereits um 06.30
Uhr Ortszeit und führt die Teams über insgesamt 218,5 km mit drei Wertungsprüfungen
über 51,5 km. Nach den insgesamt 775 km mit 13 Wertungsprüfungen über 261 km steht dann
auch der Asien-Pazifik-Meister fest.
Die
Ausgangslage in der Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) ist klar. In der Gruppe N
ist praktisch schon in Thailand die Meisterschaftsentscheidung zu Gunsten von
Kremer/Berßen gefallen - nicht völlig unerwartet. Damit hat sich die Verpflichtung
des Erfolgsduos bereits für den indischen Reifenhersteller MRF (Foto: A Rodricks, General
Manager MRF Limited Chennai/Indien im gespräch mit Fred Berßen (Mitte) und Armin Kremer
(rechts) und das Einsatzteam von Race Torque Engineering, die im australischen Perth
beheimatet sind, ausgezahlt. Der Japaner Nutahara hat in Indien lediglich theoretische
Titelchancen. In der Gesamtwertung der APRC führt der Neuseeländer Argyle, der in
Thailand durch die beherzte Fahrweise von Kremer praktisch in einen Fehler getrieben
wurde, lediglich mit zwei Punkten vor dem MRF Tyres Team. Mit sechs bzw. neun Punkten
Rückstand auf Kremer folgen Nutahara und Karmjit Singh aus Malaysia. Berücksichtigt man
allerdings bei diesem Punktestand das jeweilige Streichergebnis der Teams, so bleibt der
Abstand zwischen Argyle und Kremer unverändert während insbesondere Singh aufrückt.
Foto (3): P. Bohne