Sondershausen
(pb): Die Anreise zu diesem außergewöhnlichen Marathon erfolgte am Freitag Abend,
Übernachtung in Sondershausen und Sonnabend früh 8:00 Uhr Beginn der Anmeldung der
Teilnehmer im Besucherbergwerk. Ab 8:30 Uhr dann Einfahrt in die Schachtanlage, ca. vier
Minuten dauerte die Fahrt in 700 Meter Tiefe. Um 10:00 Uhr gab dann Schachtdirektor Dr.
Springer den Wettkampf über die Halbmarathon Strecke und den 2. Unter-Tage Sparkassen
Marathon frei. Mit von der Partie zu diesem extremen Marathon in 700 Meter Tiefe war neben
Michael Kruse auch Jörg Clemen vom SV Post/Telekom Schwerin. Beim diesjährigen
Rennsteig-Lauf hatte der 32jährige vom Untertage-Marathon erfahren, absolvierte zur
Vorbereitung des se
ines Marathon Starts schon mal vor vier Wochen den 10 Kilometer
"Kristall-Lauf" im Bergwerk. Jörg Clemen zu seiner Laufstrategie: "Ich
möchte möglichst lange am Michael dran bleiben, trage aber in mir das Handicap einer
Lebensmittelvergiftung von vor zwei Tagen. Die Bedingungen hier sind extrem hart, ich bin
gespannt, wie der Michael dies angeht" und Michael Kruse meinte: "Es ist mir
klar, was mich hier erwartet. Ich will vorsichtig den Marathon anfangen, abwarten, wie
sich der Lauf entwickelt".
Zum Abwarten
blieb keine Chance, das Feld der 273 Starter rannte bereits in Runde 1 los, was das Zeug
hielt. Angelika Barczewski aus Leezen, ein Fan von Michael Kruse, konnte sich dann über
Platz 6 nach Runde 1 ihres Sportidols freuen. Sie verband einen Besuch in Sondershausen
mit der Einfahrt ins Bergwerk, begleitete Michael Kruse mit dem Rad auch schon bei seinem
Weltrekord Versuch auf dem Laufrad von 1817 innerhalb des Schloß-Triathlon im Juli dieses
Jahres. Michaels Kruses Begleiter in Vertretung des Unfall (Armbruch) bedingt zu Hause
gebliebenen Trainers Helmut Herzog, Eckart Schimansky kontrollierte die Rundenzeiten. Die
erste leicht verkürzte Runde absolvierte Michael Kruse in 43 Minuten, die zweite in 50:35
min.. Um an die Vorjahres Bestzeit von 3:15 h des Geraers Torsten Kuhnert zu kommen,
wären nun noch zwei Runden knapp über 50 min. erforderlich gewesen.
Dies ging
einfach nicht, Michael Kruse verbesserte sich zwar noch auf Platz 4, aber mit 55 und 59
Minuten für Runde 3 und 4 lief der Schweriner auf den eigentlich undankbaren Rang 4
(3:28:46 h) ein. Michael Kruse: "Unter Beachtung des Streckenprofils mit den vielen
steilen Rampen, Kurven und teilweise gefährlich glatten Untergrund, bin ich total
zufrieden. In Runde 3 und 4 machte sich mein Körper bemerkbar, der
Doppel-Wüsten-Marathon lässt sich halt nicht so schnell regenerieren. Es war ein
erfolgreiches Wettkampfjahr für mich, Dank an die Helfer, Familie, Sponsoren und den
vielen Lauffreunden". Jörg Clemen kam auf Rang 46. (4:20:47 h) ein, es war der
"Marathon der Leiden", so Clemen, der sich erbrach, einen Krampf beim Kilometer
27 hatte und ab km 35 nur noch gehen konnte.
Sieger wurde der 53jährige
Martin Wahl (3:20:03 h) vom WSV Oberhof (Foto links), der im Schlussdrittel dieses
Untertage-Marathon seine Erfahrung vom Vorjahr voll ausspielen konnte und sich souverän
an die Spitze setzte. Beachtenswert, der Thüringer Marathon-Läufer trägt einen
Herzschrittmacher. Foto rechts, Zieleinlauf Michael Kruse.
Foto (6): P. Bohne
Ergebnis (inoffiziell):
1. Martin Wahl (1950) WSV Oberhof, 3:20:03 h
2. Michael Becker (1966) LG Leipzig/Grünau, 3:23:07
3. Reimund Klitz (1955) HSV Weimar, 3:23:56
4. Michael Kruse (1966) TriSport Schwerin, 3:28:46
5. Johannes Wittmar (1981) Otto Versand, 3:30:27
46. Jörg Clemen (1971) Post/Telekom Schwerin, 4:20:47