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Broschüre zu Stadtentwicklungskonzepten vorgestellt

Geschrieben am 18.12.03 um 17:05


Bauminister Holter und Oberbürgermeister Claussen stellten Broschüre zu Stadtentwicklungskonzepten vor

Die wissenschaftliche Auswertung von 44 Integrierten Stadtentwicklungskonzepten, die von Gemeinden des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegeben wurde, hat Helmut Holter, Minister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung, am Montag, dem 15. Dezember, in Schwerin der Öffentlichkeit vorgestellt. An der Veranstaltung nahm auch der Schweriner Oberbürgermeister Norbert Claussen teil, da sich Schwerin in diesem Prozess besonders hervorhebt. Die Landeshauptstadt wurde im Bundeswettbewerb zum Stadtumbau Ost mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
"In Schwerin haben wir unser Stadtentwicklungskonzept im vergangenen März beschlossen", erklärte Oberbürgermeister Norbert Claussen. "Ziel des Konzeptes ist, städtebauliche Aufwertungsmaßnahmen auch außerhalb von Sanierungsgebieten durchzuführen, um durch Investitionen in den öffentlichen Raum private Modernisierungs-initiativen anzustoßen", so der Kommunalpolitiker. In Schwerin sind bisher fast 1.400 Wohnungen mit und ohne Fördermittel zurück gebaut worden. Der Erfolg - im Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden zu sein - ist nicht nur die gute Arbeit der Stadt, sondern Ergebnis einer langfristigen Partnerschaft zwischen Stadt und den beiden "kommunalen" Wohnungsunternehmen. In der Arbeitsgemeinschaft Stadtumbau wurde sich früh den Herausforderungen des dauerhaften Wohnungsleerstandes gestellt.
Im Juli letzten Jahres wurde eine gemeinsame "Schweriner Erklärung zum Stadtumbau" unterzeichnet, in der die Grundsätze des Stadtumbaus vereinbart wurden und alle Rückbauprojekte bis 2005 veröffentlicht sind. Ein großes Stadtumbauprojekt ist das Modellvorhaben Teilrückbau in der Tallinner und Vidiner Straße im Stadtteil Neu Zippendorf. Hier sollen aus monotonen Wohnblocks attraktive Stadtvillen entstehen. Mit den ersten Abrissarbeiten wurde im vergangenen Monat begonnen. In diesem Wohnquartier soll die Wohnungszahl von 590 auf 187 reduziert werden. Das Modellvorhaben wird durch die SWG und die WGS realisiert. Die Arbeiten dauern noch bis zum Jahr 2006. Mehr Informationen zum Stadtumbau in Schwerin sind auch im Internet unter www.stadtumbau.schwerin.de zu finden.

"Die bisherige Arbeit mit den Integrierten Stadtentwicklungskonzepten zeigt, dass es sich dabei um eine neue Generation von Plänen handelt", so Bauminister Holter. "Überschaubare kurze Zeiträume, strategische Entwicklungsplanung und handlungsorientierte Zielvorgaben sind ihre Merkmale."

Nach Worten von Holter seien neue Wege in der Stadtplanung nötig gewesen, weil sich die Bedingungen im Land verändert hätten. "1990 lebten in Mecklenburg-Vorpommern noch fast zwei Millionen Menschen. Im Jahr 2020 wird es eine halbe Million weniger sein. Dem muss die Entwicklung der Städte Rechnung tragen", sagte Holter vor der Presse.
Noch im Jahr 1995 habe der Wohnungsleerstand in Mecklenburg-Vorpommern vier Prozent (30.000 Wohnungen) betragen, heute sei er bereits auf zehn Prozent (80.000 Wohnungen) angestiegen.

Die Ergebnisse der 144 Seiten umfassenden Studie zeigen, dass der Stadtumbau noch stärker als bisher als gesamtstädtische Aufgabe begriffen werden müsse, die möglichst viele Bürgerinnen und Bürger einbezieht. "Bei der Umsetzung der Konzepte sollte von Anfang an auf Qualitätssicherung geachtet werden", so Holter, "damit die kulturelle und ästhetische Seite des Stadtumbaus sichtbar wird." Durch die Einbeziehung von Freiraum- und Landschaftsplanern könnten die Erfolgsaussichten der Aufwertung von Stadtquartieren gesteigert werden.

Wie sieht die Zukunft des Stadtumbaus aus? Der Rückbau von rund 10.000 Wohnungen in den vergangenen beiden Jahren zeigt, dass das Ziel, bis 2010 etwa 30.000 Wohnungen im Land vom Markt zu nehmen, realistisch ist.

 
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