Manuela Schwesig wird dem Regierungsteam von Erwin Sellering  angehören …

Schwerins „politischer Sonnenschein“ hat es also doch geschafft. Zwar nicht der ursprüngliche, aber die junge engagierte Diplom-Finanzwirtin und Vollblut-Politikerin Manuela Schwesig, Jahrgang 1974, steht für Sachkompetenz, Einsatz und auch notwendigen Pragmatismus.

Keine Juso-Aktivistin an der „man(n)“ verzweifeln könnte, keine „Quoten-Blondine“, nein, eine junge Frau mit Gespür für politische Entwicklungen, für Machtstrukturen.

Manuela Schwesig„Jung sein“, unverbraucht, attraktiv – wer Manuela Schwesig darauf reduziert, sie unterschätzt, wird „böse“ überrascht werden.

„Cat Ballou“ der Schweriner Politik passt schon, wenn „man(n)“ die emotionale  und dennoch clevere Jane Fonda in der damaligen (Film-)Rolle „vor Augen“ hat, wird da schon „Parallelen“ finden.
Doch, was wirklich zählt, ist die Tatsache, dass sie ihre Meinung, ihre Ansichten glaubwürdig und „ohne Längen“ vertritt.

Gegenüber Schwerin-News meinte sie im Februar 2008 über Schwerin vor dem Hintergrund des Hungertodes der kleinen Lea-Sophie: „Schwerin ist eine lebenswerte Stadt, die aber unbedingt ein soziales Gesicht haben muss. Besonders die Kleinsten brauchen unsere Unterstützung. Die Zukunftschancen der Kinder dürfen nicht vom Geldbeutel ihrer Eltern abhängen. Und das Wichtigste: Wir dürfen kein Kind aufgeben !“.
 
Schwerin ist auch ihre Stadt, die sie mag, möglicherweise liebt. Das nimmt man ihr ab und muss deshalb kein „Naivling“ sein. Natürlich hat auch eine Manuela Schwesig einen gesunden Ehrgeiz und sicher – und da dürfte sie „eitel“ genug sein – auch den gewollten Griff zur Macht (mit Verbündeten).
 
Allerdings nicht Macht zum Selbstzweck, sondern als Mittel zur Veränderung. Für typischen politischen Idealismus „a la Frau“ steht Manuela Schwesig allerdings nicht, auch sie weiß um Grenzen und Möglichkeiten politischen Handelns.

Sehr sympathisch war ihr Auftritt nach dem gescheiterten Abwahl-Antrag hinsichtlich des Dezernenten H.Junghans vor den TV-Kameras des NDR: „Wir (die Stadtvertreter Schwerins) haben uns bis auf die Knochen blamiert …“.

Deutlich, ohne ein bewährtes „Wenn und Aber“ und ohne Beschönigung gab sie Wut, Enttäuschung und – was in der heutigen Politik ja selten genug passiert – ihren Gefühlen „freien Lauf“. Enttäuscht zu werden, „im Stich“ gelassen zu werden, von politischen Mitstreitern und Kollegen, das verzeiht eben auch die sympathische Manuela Schwesig nicht.

In einem früheren Interview (August 2007) meinte die neue Ministerin für Soziales und Gesundheit, dass sie immer kämpferisch eingestellt sei, egal, welche Hürden es zu meistern gelte. Dieser Kampfgeist, dieses „Nie-aufgeben-wollen“ prägte auch ihre knapp einjährige Amtszeit als SPD-Fraktionsvorsitzende in Schwerin. Für Außenstehende wirkte es oftmals so, als stünde eine Powerfrau mit Tatendrang und Esprit gegen eine Vielzahl politischer „Schlaftabletten“.

Woran es liegt ? Sicher (noch) nicht an den bisherigen Ergebnissen ihres politischen Schaffens, dafür ist sie nun wirklich zu jung. Nein, es waren die guten rhetorischen Qualitäten, ihre optimistische Körpersprache und ihre einnehmende Sachlichkeit und ihren Respekt auch gegenüber der politischen Konkurrenz.

Manuela Schwesig, die richtige Politikerin in der falschen Partei ?! Sinkt der „Stern der SPD“ weiter, dieser alten, einst so erfolgreichen Partei, dann dürfte auch die politische Karriere, die politischen Ziele einer Manuela Schwesig in Gefahr geraten.

Doch, das wird sie bestimmt nicht so einfach hinnehmen. Dafür ist sie ganz einfach zu kämpferisch … Patentrezepte gegen „Parteienverdrossenheit“ hat auch die Ministerin für Soziales und Gesundheit , eigentlich „Zukunfts-Ministerin“, vielleicht sogar „Zukunftsministerpräsidentin“ der SPD, nicht parat, aber dennoch eine eigene Agenda: „Ich finde ein wichtiger Punkt ist die Glaubwürdigkeit. Den Bürgerinnen und Bürgern müssen die Probleme und möglichen Lösungen ehrlich und offen vermittelt werden. Ehrlichkeit wird nicht immer honoriert – auch nicht vom Wähler -, weil diese gelegentlich auch schmerzt. Aber Ehrlichkeit ist die Basis für Vertrauen in die Politik.“ (August 2007)

Wenn sie es tatsächlich schaffen sollte, dass sie ihr neues Amt verändert und nicht das neue Amt sie, wenn es ihr gelingt, ihre Offenheit und Sachlichkeit auch im ministrablen Tagesgeschäft beizubehalten und wenn sie erreicht – zumindest teilweise – dass es in M-V etwas sozialer und gerechter zugeht, dann ist die Ministerin für Soziales und Gesundheit wirklich auf dem Weg zu einer großen Politikerin. Und, dass diese auch noch blond ist (;) ) ist nur das passende „Mosaiksteinchen“. (Auch diese Anmerkung mußte sein, letztendlich ist „man(n)“ auch nur einer – und außerdem wählt das Auge ebenfalls mit 😉 )
 
Also, wer gleich wieder nörgelt: So jung, wenig Lebenserfahrung und dann gleich Ministerin, dem sollte entgegengehalten werden.: „Auch die „Oldies“ sind nicht immer „goldies“ !

Tja, einer Seglerin auf dem Weg zu einer wichtigen Regatta würde man an dieser Stelle „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ wünschen.
Manuela Schwesig sei aber immer „eine Handbreit Akten unter dem Schreibtisch“ gegönnt. Und werden es zu viele, bleibt da noch die Hoffnung, dass sie (die unwichtigen, die unnötig bürokratischen Akten) gleich unter den  Teppich des Sozialministeriums verschwinden lassen könnte. (Aber ich glaube, die haben ja dort nur „Discounter-Auslegware“ …)

Auf jeden Fall viel Glück und Erfolg im neuen Amte !

Und ein persönliches PS zum Schluß: Im Grunde genommen trau(t)e ich nur drei Frauen der Schweriner Politik „Großes“ zu: Annette Köppinger ist leider schon verstorben und mußte sich oftmals als Einzelkämpferin beweisen, die zweite sei ungenannt und die dritte ist eben Manuela Schwesig. Nicht nur Hoffnungsträgerin als neue Ministerin, sondern hoffentlich auch Wegbereiterin eines neuen Politik-Stils …

Marko Michels

 

 

Anmerkung:

Siehe auch SCHWERIN-NEWS-Beiträge zu Manuela Schwesig:

> Interview mit der designierten SPD-Fraktionschefin M.Schwesig („Immer kämpferisch eingestellt !“) vom 13.August 2007

> Interview mit der Schweriner SPD-Fraktionsvorsitzenden Manuela Schwesig („Wir dürfen kein Kind aufgeben !“) vom 24.Februar 2008

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