Schweriner SPD – zwischen glorreicher Vergangenheit und neuen Herausforderungen

Heute vor 59 Jahren wurde die „DDR“ gegründet, ein Staatsgebilde, von dem Kurt Schumacher, Widerstandskämpfer gegen die Nazis, und von diesen im KZ inhaftiert, unerbittlicher Gegner der Kommunisten, die ihn propagandistisch attackierten und legendärer SPD-Vorsitzender nach 1945, meinte damals, dass die „DDR“ weder deutsch, noch demokratisch, noch eine Republik sei, sondern nur Ausdruckswillen der russischen Expansionspolitik nach Kriegsende.

Die SPD, die älteste deutsche Partei, mußte sich im April 1946 mit der KPD vereinigen – unter Druck, Repressionen, unter Täuschung  und kommunistischer Propaganda – zunächst in Ländern der „Ostzone“, in Schwerin im CAPITOL am 7.April 1946, knapp zwei Wochen später „zentral“ in Berlin.

Erst 43 Jahre später, mit der Gründung der SDP am 7.Oktober 1989 in Schwante, endete das dunkle Kapitel der Liquidierung und Verleumdung sozialdemokratischer Traditionen in der DDR. Mit der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR wurde auch das Selbstverständnis und der Führungsanspruch der SED in Frage gestellt, die stets die Vereinigung von KPD und SPD 1946 in verklärender Weise als von beiden Seiten vorbehaltlos erwünscht darstellte.

A.KruseNegiert wurde der Widerstand der Sozialdemokraten auch in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Schwerin. Bürgermeister Albert Kruse, Stadtrat Willy Mausolf, Landesgeschäftsführer Hermann Lüdemann oder der spätere Verbindungsmann zum SPD-Ostbüro gehörten zu den schärfsten Kritikern der Parteienverschmelzung 1946.

Die Tätigkeit der SPD in Schwerin erlebte seit der Vereinigung 1990 zahlreiche Höhen und Tiefen. So stellten die Sozialdemokraten mit Johannes Kwaschik von 1990 bis 2002 den Oberbürgermeister, dessen Amtszeit die „Schwerin-typische Hassliebe“ zu ihren Stadtoberhäuptern eindrucksvoll offenbarte.

M.SchwesigDie letzten Kommunalwahlen waren aus SPD-Sicht alles andere als erfreulich, bis dann eine junge Frau die Schweriner Sozis „aus ihrem Dornröschen-Schlaf wach küsste“. Wie man auch immer die Tätigkeit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Manuela Schwesig von Oktober 2007 bis Oktober 2008 bewerten mag – auch vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse seit November 2007 und der politischen Grabenkämpfe in der Landeshauptstadt – die „politische Gefechtslage“ in Schwerin wurde jedenfalls wieder interessant, nie langweilig und stets emotional.

Nun bleibt abzuwarten, wie es in der Schweriner SPD weiter geht…

Hoffentlich kehrt nicht wieder sozialdemokratische Langeweile und Tristesse in Schwerin zurück ?!

M.Michels

Fotos: Die SPD – zwischen bewegter Vergangenheit (Bürgermeister Albert Kruse) und noch bewegterer Gegenwart (Finanzdezernent Dieter Niesen mit der jetzigen Sozialministerin Manuela Schwesig während eines Gespräches vor der Eröffnungsfeier des Filmkunstfestes 2008 in Schwerin). M.M.