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4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage im Speicher

KINO im SPEICHER 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage von Cristian Mungiu (Rumänien 2007) Die Studentin Gabita will abtreiben, doch unter Ceausescu ist das verboten.

Ihre beste Freundin und Zimmergenossin Otilia macht das notwendige Geld und einen Engelmacher ausfindig. Der demütigt die Mädchen und als er merkt, dass Gabitas Schwangerschaft über den vierten Monat hinaus ist, verlangt er nicht nur eiskalt mehr Geld, sondern auch Sex…

Der rumänische Spielfilm 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage (Originaltitel: 4 luni, 3 saptamâni si 2 zile) ist ein Filmdrama von Cristian Mungiu, das von existenzieller Angst und Demütigung im kommunistischen Rumänien unter Diktator Nicolae Ceausescu handelt. Es wurde mit der Goldenen Palme und dem Europäischen Filmpreis 2007 ausgezeichnet und fand sehr beeindruckte Zustimmung bei den Kritikern, weil es mit einem nüchternen formalen Stil eine enorme innere Spannung entwickle. Es ist der erst zweite Spielfilm des Regisseurs Cristian Mungiu, der bei der Entstehung 39-jährig war. Er schrieb zunächst ein Drehbuch aus mehreren Kurzgeschichten über die letzten Tage von Ceausescus Herrschaft. Er gab es einigen Leuten zu lesen, die sein Buch als komödiantisch empfanden, was ihn erschreckte. Daher verfasste er ein dramatischeres Drehbuch.

Einige Episoden des ersten Buchs überließ er anderen Filmemachern. Die verwendete Fassung basiert auf den Erlebnissen einer Frau, die Mugiu ihre Geschichte erzählt hat. Er war davon sehr aufgewühlt und erkannte das Potential zu einem Film. 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage ist der erste Teil einer geplanten Trilogie Erzählungen aus dem Goldenen Zeitalter. Das Goldene Zeitalter war ein Propagandabegriff Ceausescus. Zusammen mit Kameramann Oleg Mutu baute er eine eigene Produktionsfirma auf. Mit Kosten von 750.000 Euro wurde das Budget von 600.000 Euro deutlich überzogen; die Finanzierung war fast gänzlich inländisch und stammte etwa zur Hälfte aus der Siegerprämie in einem nationalen Drehbuchwettbewerb. Trotz des kontroversen Themas passierte der Film rasch die Förderinstanzen; gemäß Mungiu würden die Drehbücher dort nicht gelesen, und man vertraute auf seien Ruf als früherem Cannes-Teilnehmer. Die Hauptdarstellerinnen Anamaria Marinca und Laura Vasiliu sind für ihre Rollen eigentlich beide zu alt, aber Mungiu fand sie von allen antretenden Schauspielerinnen am überzeugendsten. Geeignete, nach 20 Jahren nicht zu stark veränderte Drehorte fand man weniger im Zentrum als an der Peripherie Bukarests. Der Dreh begann im Januar 2007 und benötigte 32 Tage; sie drehten chronologisch und gänzlich auf 35mm-Film. Am mühsamsten fand Mungiu die Szene mit dem Abendessen, da mehrere Schauspieler zu koordinieren waren; zudem wurde ihm beim Dreh bewusst, dass es ans Letzte Abendmahl Christi erinnert und abgeändert werden muss.] Es gelang, das Werk rechtzeitig für Cannes fertigzustellen.

Die Weltpremiere war am 17. Mai 2007 am Filmfestival von Cannes, wo das Werk den anwesenden Kritikern vom ersten Tag an trotz hervorragender Konkurrenz als Favorit für die Goldene Palme galt, die ihm auch zugesprochen wurde. Damit zeichnete die Jury zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele einen rumänischen Film mit dem Hauptpreis aus. Der Evangelische Pressedienst Film kommentiert, die Entscheidungen der Jury seien in den vergangenen Jahren oft faule Kompromisse gewesen, doch 2007 habe sie ?den stärksten Film des sowieso schon starken Wettbewerbs ausgezeichnet“. Regisseur Mungiu bedankte sich erfreut: ?Es scheint so, dass man endlich keine großen Budgets mehr braucht und keine großen Stars für eine Geschichte, der alle Welt Gehör schenkt.“ Der Film erhielt auch den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmpresse. Deutscher Kinostart war am 22. November 2007. Beim am 1. Dezember 2007 in Berlin vergebenen 20. Europäischen Filmpreis erhielt Mungius Regiearbeit die Preise für ?Film“ und ?Regie“ und war auch in den Kategorien ?Drehbuch“ und ?Beste Darstellerin“ (Anamaria Marinca) nominiert. Das rumänische Kino war in der kommunistischen Ära völlig dem System unterworfen und künstlerisch bedeutungslos. Nach der Wende setzte zunächst ein quantitativer Niedergang ein. In der internationalen Wahrnehmung bildet sich im rumänischen Kino seit Ende der 1990er Jahre eine neue ?Welle“ oder ?Schule“, und 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage wird als stärkstes Beispiel für das Aufblühen des nationalen Films angesehen. DER SPEICHER Röntgenstraße 20/22, 19055 Schwerin, Eingang: Schelfstraße Montag, 25. Februar 2008, Einlass: 19:45 Uhr, Beginn: 20.15 Uhr

Wann: 25.02.2008 20:15

Wo: DER SPEICHER
19055 Schwerin Schelfstadt

Infos: Soziokulturelles Zentrum DER SPEICHER Röntgenstraße 20/22 19055 Schwerin
0385 512105
http://www.schwerin.de/Speicher

Karten: Tourist-Information Am Markt 14 19055 Schwerin
0385 5925213


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