„Das Ehrenamt ist edel und wertvoll !“ …

Vor zwei Monaten unterhielt sich Schwerin-News mit Steffi Laas, Handballerin bei der TSG Wismar, zuvor bei Grün-Weiß Schwerin und angestellt bei einem Juwelier im Schloßparkcenter Schwerin, über die sportliche Entwicklung bei der TSG.

Heute äußert sich die sympathische Athletin über die Bedeutung des Ehrenamtes im Sport und berichtet dabei über eigene Erfahrungen …

Frage: Steffi, Sie begannen ihre handballsportliche Laufbahn 1995 bei Grün-Weiß Schwerin und kamen 2002 zur TSG Wismar.
Wie war und ist aus Ihrer persönlichen Sicht die Betreuung durch Übungsleiter und Trainer in Schwerin bzw. in Wismar ?

St.LaasStefanie Laas: Die Betreuung sowohl in Schwerin und in Wismar war bzw. ist ganz große Klasse. Kompliment und Dank an die vielen Trainer und Übungsleiter für ihre super Arbeit … Meine Leidenschaft für den Handballsport wurde zunächst durch meinen ersten Trainer bei Grün-Weiß Schwerin Michael Claassen geweckt. Dann folgten u.a. Martina Möller und Dieter Zabel. Ich trainierte in meinen ersten Handball-Jahren zwei- bis dreimal wöchentlich in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums, der damaligen Spielstätte von GW Schwerin. Das Training dauerte jeweils rund 90 Minuten. Ohne dieses erfolgreiche Grundlagen-Training in Schwerin hätte ich den Sprung ins Bundesliga-Team der TSG Wismar nie geschafft. Überhaupt kann man die ehrenamtliche Arbeit der Trainer und Übungsleiter gerade von Grün-Weiß Schwerin gar nicht genug würdigen. Spielerinnen, wie z.B. Romy Schöner (früher TSG Wismar/jetzt Berlin), Eva-Maria Kollecker (auch TSG Wismar) oder eben ich selbst, erhielten dort eine excellente handballsportliche Ausbildung, die uns „bundesligareif“ machte.

Frage: Ihr sportlicher Karriere-Start in Schwerin. Wie sah der eigentlich aus ?

Steffi LaasStefanie Laas: Ich kam nach der 7.Klasse an das Sportgymnasium Schwerin in der Von-Flotow-Strasse. Das war für mich ein weiterer sportlicher Gewinn, denn ich konnte von da an vormittags am Schulsport teilnehmen – das waren wöchentlich 10 Stunden – und nachmittags bei Grün-Weiß Schwerin weiterhin zwei- bis dreimal wöchentlich trainieren. Sehr wertvoll waren die Tipps und Hinweise unseres Sportlehrers am Gymanasium. Hans-Georg Jaunich, 1980 Olympiasieger in Moskau mit dem DDR-Team, war und ist für mich ein sehr sachkundiger Trainer, der echt viel vom Handballsport versteht und aufgrund seiner aktiven Zeit die Übungseinheiten auch sehr „lebendig“ gestaltete.

Frage: Bei der TSG Wismar wird ehrenamtliches Engagement ja ebenfalls groß geschrieben. Übungsleiter, Betreuer oder auch viele Trainer widmen sich in ihrer Freizeit insbesondere der sportlichen Betreuung und Förderung der Kinder und Jugendlichen. Ist Sport ohne ehrenamtliche Tätigkeit nicht machbar ?

Stefanie Laas: Ohne das Ehrenamt wäre Sport in seiner ganzen Breite gar nicht machbar. Ich habe ungemein großen Respekt vor den Trainern und Übungsleitern, die ihre Freizeit und Wochenenden opfern, um Kinder und Jugendlichen sportlich zu betreuen. Das ist wirkliche Sozialarbeit. Und als Angestellte bei einem Juwelier kann ich sagen: Diese Arbeit in der Gesellschaft ist wirklich edel und wertvoll !

Frage: Sie selbst arbeiten beim Juwelier Karsten im Schloßparkcenter und spielen in der 2.Bundesliga mit der TSG. Zusätzlich gibt es gemeinsames Training zwischen dem Wismarer A-Kader und dem Jugendbereich, um die jungen Spielerinnen an die erste Mannschaft heranzuführen.
Stecken Sie diese Dreifachbelastung „ganz locker“ weg ?

TSG-TeamStefanie Laas: Mit viel Power und Leidenschaft läßt sich vieles meistern. Ich wohne ja in Crivitz, bin meistens in Schwerin – mein Freund und viele gute Bekannte leben dort, mein Job ist ja im Schloßparkcenter – und trainiere bzw. spiele in Wismar. Mein Tagesablauf ist daher sehr terminiert: Um 8.30 Uhr fahre ich von Crivitz nach Schwerin, arbeite dann in der Regel von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr beim Juwelier Karsten, danach geht es weiter zum Training in die Sporthalle Wismar, das von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr dauert. Um 21.00 Uhr bin ich dann wieder zu Hause in Crivitz. Und so „grüßt mich jeden Tag das Murmeltier“ – aber Arbeit, Training und Fahrerei sind natürlich wesentlich abwechslungsreicher. An den Spieltagen, meistens zu den Heimspielen am Samstag in Wismar, kann es durchaus vorkommen, dass ich bis 14.00 Uhr arbeite und ab 16.00 Uhr für die TSG Wismar spiele. Ohne das Verständnis und die Unterstützung meines Arbeitgebers könnte ich Arbeit und Sport gar nicht miteinander verbinden !

Marko Michels (T/F)