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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Traditioneller Jahresempfang der IHK zu Schwerin

Fast 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind der Einladung der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin zum schon traditionellen Jahresempfang gefolgt.

Indes ist der Jahresstart 2009 für die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich beeinflusst durch die sogenannte weltweite ´Finanzmarktkrise´. Deshalb stand im Mittelpunkt der diesjährigen Podiumsdiskussion während des IHK-Jahresempfanges auch das Thema ´Fehlentwicklungen und Perspektiven des weltweiten Finanzsystems´.
Hans Thon, neuer Präsident der Schweriner IHK erklärte:
„Gerade auch als Unternehmer sage ich: ein langfristiges wirtschaftlich-soziales Gleichgewicht in einer Marktwirtschaft bedarf immer auch der Unterstützung durch die staatliche Regulierung. Denn der zuweilen überzogene ´Geld-Kapitalismus´ wird nicht von sich aus besser, sondern er muss mittels einer Reformierung seiner Rahmenbedingungen wieder auf ein vernünftiges Maß beschränkt werden. Unverzichtbar bleibt aber auch die Erkenntnis, dass finanziell tragfähige Sozialität in der Marktwirtschaft stets einen angemessenen Freiraum für Unternehmen voraussetzt. Rufe nach mehr allgemeinem gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein dürfen daher nicht dazu führen, dass der marktwirtschaftlichen Freiheit aufgrund von Regelungswut und blindem politischen Aktionismus wesentliche überlebensnotwendige Grundlagen entzogen werden. Denn ´sozial´ kann Marktwirtschaft erst sein, wenn sie auf einem weitgehend ´freien Spiel der Kräfte´ des Marktes basiert. Dies muss auch in Zukunft zwingend gewährleistet sein.“

Der Geschäftsführer des IFVE Institutes für Vermögensentwicklung GmbH in Köln, Prof. Dr. Max Otte, unterstrich in seinen inführenden Grundsatzpositionen:
„Es ist an der Zeit, dass wir uns wieder auf unsere ökonomische Tradition und das Denken in Wirtschaftsordnungen rückbesinnen. Finanzmärkte sollten konservativ reguliert und mit ´Bremsen´ ausgestattet werden.“ „Im Zweifelsfall ist es besser der langweiligen, aber überschaubaren, risikovermeidenden und transparenten Lösung den Vorzug zu geben. Beispielsweise sollten sich Steueroasen wie die Kanalinseln, die Cayman Islands oder Liechtenstein den Regeln der Transparenz unterwerfen. Die gesetzliche Haftung für Bankenvorstände müsste konsequent angewendet werden. Diese Punkte könnten dazu beitragen, dass eine solide Basis für den güterwirtschaftlichen Bereich geschaffen wird und gleichzeitig die Risiken minimiert werden.“

Für den Geschäftsführer der Nord-Ostdeutschen Bank-Beteiligungsgesellschaft mbH in Hannover und ehemaligen Vorsitzenden des Vorstandes der Norddeutschen Landesbank in Hannover, Prof. Dr. Hannes Rehm, steht fest:
“Die Finanzmärkte haben sich mit einer gewissen Fahrlässigkeit von der realen Wirtschaft entfernt. Man hat geglaubt, man könnte sich als eigenständige Finanzindustrie durch virtuelle Kapitalmarktgeschäfte dauerhaft von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abkoppeln.  Nicht mehr Wertschöpfung, sondern reiner Kapitaltransfer stand auf der Tagesordnung. Die staatlichen Interventionen und Hilfspakete waren richtig, um das Durchschlagen der Krise von der Finanz- auf die Realwirtschaft soweit wie möglich zu begrenzen. Gleichwohl darf es nach den staatlichen Interventionen kein einfaches ´Weiter so´ geben. Eine grundsätzliche Besinnung ist angesagt. Die jüngsten Verwerfungen haben jene Kreditinstitute relativ gut gemeistert, die über eine regionale und produktmäßig diversifizierte Kundenbasis verfügen. Auch das verdeutlicht, dass es neuer kundenfokussierter Geschäftsmodelle bedarf.“

Die Redebeiträge sind abrufbar auf den Internetseiten der IHK zu Schwerin unter:
www.ihkzuschwerin.de/ihksn/Wir_ueber_uns/Medien_Kommunikation/reden_vortraege.html

Die IHK zu Schwerin vertritt die Interessen von ca. 24.000 gewerblichen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Die Beschäftigten der IHK arbeiten gemeinsam mit ca. 1.100 ehrenamtlich in der IHK engagierten Unternehmensvertreterinnen und  -vertretern für die Unternehmen in Westmecklenburg und für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.


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